01.11.2014: Demo in Marburg „Solidarität mit Kobanê

SOLIDARITÄT MIT KOBANÊ, SHINGAL UND DEM WIDERSTAND IN NORDKURDISTAN UND DER GESAMTEN TÜRKEI!

Kobanelogo

Wir rufen auf zur Demonstration am 1. Nov. um 15 Uhr / Firmaneiplatz (Deutschhausstraße 12) in Marburg zum internationalen Aktionstag gegen den IS

Seit dem 15. September wird der Kanton Kobanê in Rojava (Westkurdistan/Nordsyrien) vom sogenannten Islamischen Staat (IS) mit voller Brutalität angegriffen! Dabei erhält der „IS“ Unterstützung von Staaten wie Saudi-Arabien, Katar und vor allem dem NATO-Partner Türkei. Die Volksverteidigungseinheiten (YPG) und die Frauenverteidigungseinheiten (YPJ) verteidigen sich und die Bevölkerung seit Wochen mit aller Kraft gegen die „IS-Terrormiliz.“ Jedoch nur mit leichten Waffen, sodass die Bevölkerung in Kobanê weiterhin ganz akut von einem Genozid durch den „IS“ bedroht ist.

Wird Kobanê von den „IS-Dschihadisten“ eingenommen, ist das gesamte Projekt Rojavas mit den weiteren Kantonen Afrîn und Cizîr gefährdet. Wie auch in Kobanê sind dort seit 2012 basisdemokratische Selbstverwaltungen jenseits von nationalistischen, kapitalistischen und patriarchalen Vorstellungen aufgebaut worden. Und neben diesen Entwicklungen sind fortschrittliche Basiskomitees die entscheidenden Kräfte für den Aufbau einer demokratischen Gesellschaft in Syrien.

Seit einigen Tagen ist auch die Stadt Shingal (Südkurdistan/ Nordirak) wieder massiven Angriffen durch „IS“-Milizen ausgesetzt. Wie bereits im August, als nur durch die vereinten Kräfte von YPG/YPJ und PKK-Kämpfer_innen ein Massaker an der yezidischen Bevölkerung verhindert werden konnte, sind auch jetzt wieder Tausende von Menschen in das nahegelegene Gebirge geflohen, welches inzwischen vollständig durch „IS“-Milizen belagert ist.

Die Türkei unter der AKP-Regierung spielt in der Unterstützung des „IS“ eine entscheidende Rolle! Da die türkische Regierung ihr Programm der Islamisierung und Neo-Liberalisierung der Türkei durch die demokratischen Selbstverwaltungen in Rojava bedroht sieht, unterstützt sie die „IS“-Terrrormiliz sowohl logistisch als auch militärisch! Dies führte zu Protesten hunderttausender Menschen in Nordkurdistan und der gesamten Türkei, bei denen bisher über 45 Menschen von den türkischen Sicherheitskräften selbst, oder durch staatlich gestützte faschistische und fundamentalistische Milizen ermordet wurden.

Wir fordern:
* Die sofortige Unterstützung der YPG/YPJ und der Bevölkerung in Kobanê und Shingal mit militärischen und humanitären Gütern!*
* Die internationale Staatengemeinschaft muss ihren Druck auf die Türkei erhöhen, damit diese die Unterstützung des „IS“ endlich einstellt und die Angriffe auf Zivilist_innen unterlässt.
* Von der deutschen Regierung die Aufnahme mehr Geflüchteter aus den Kriegsgebieten und eine Perspektive zu schaffen, für die bereits hier lebenden Geflüchteten
* Einen sofortigen Stopp der Abschiebungen, auch in sogenannte sichere Drittstaaten
* Die sofortige Aufhebung des PKK-Verbots sowie die Streichung der PKK von der EU-Terrorliste und damit ein Ende der Kriminalisierung der kurdischen Befreiungsbewegung!

Solidarisiere auch du dich mit dem Widerstand in Kobanê, den fortschrittlichen Basiskomitees in Syrien und den Demonstrant_innen in der Türkei und erhebe deine Stimme gegen den „IS“-Terror!

Der Aufruf wird bisher unterstützt von:
YXK Marburg, YXK Gießen, Gruppe d.i.s.s.i.d.e.n.t, SDAJ Marburg/Gießen, DIDF Jugend, DKP-Marburg, Motorradclub Kuhle Wampe Marburg, dielinke-sds marburg, Die Linke. Kreisverband Marburg-Biedenkopf, Bunte Hilfe Marburg, Sozialistische Einheitsparty Marburg

* Die Forderung nach militärischer Unterstützung der YPG/YPJ ist in der Partei Die Linke umstritten. Der restliche Aufruf wird unterstützt.

Hier findet ihr die Veranstaltung bei Facebook

25.10.2014: 22. Hüseyin Çelebi Literaturpreise

HuseyinCelebi2014

Liebe Genossinnen und Genossen,
liebe Freundinnen und Freunde,

seit Wochen wird der Kanton Kobanê von mehreren Seiten massiv von IS-Milizen angegriffen. In diesem Kampf, der mit unverminderter Härte andauert, leisten die YPG, die YPJ und die Zivilbevölkerung trotz militärischer Unterlegenheit und Unterstützung des IS durch mehrere Staaten (namentlich Saudi-Arabien, Katar und vor allem der Türkei) eine aufopfernde Gegenwehr, die zum Inbegriff und Symbol des Widerstands auf der ganzen Welt geworden ist. Es ist ein Widerstand, der weit über die Grenzen von Kobanê hinausgeht. Gemäß der Parole „Überall ist Kobanê, überall ist Widerstand!“ solidarisieren sich KurdInnen und Linke, demokratische Kräfte auf der ganzen Welt im Rahmen von Aktionen jeglicher Art und Demonstrationen mit Kobanê.

Auch die Hüseyin-Çelebi-Literaturpreise vernachlässigen keineswegs die gegenwärtige Situation und stehen ganz im Zeichen Kobanês. Es gilt gerade angesichts der aktuellen Lage den Mut, die Entschlossenheit und die Hoffnung nicht zu verlieren und Kraft zu schöpfen, seinen Beitrag zum Kampf nach revolutionären Errungenschaften auch in Form einer Literaturveranstaltung zu leisten. So greift die Veranstaltung – soweit möglich – inhaltlich die aktuelle Thematik auf.
In diesem Sinne möchten wir euch zu unserer nun zum 22. Mal stattfindenden Preisverleihung bei den Hüseyin Çelebi-Literaturpreisen einladen. Zu den Literaturpreisen, zu denen wir jedes Jahr aufrufen, sind in drei Dialekten des Kurdischen (Kurmanci, Dimilki und Sorani), in Türkisch und in Deutsch Gedichte und Kurzgeschichten eingegangen. Es haben uns über 300 Werke erreicht. Die ausgewählten Werke, welche von unserer prominenten Jury ausgezeichnet worden sind, werden am 25. Oktober in Frankfurt am Main bei der Preisverleihung bekanntgegeben.

Wir als YXK und Organisatoren des Wettbewerbes wollen gerade durch die Veranstaltung in der aktuellen politischen Lage eine Botschaft senden. Und zwar die, dass wir niemals unsere Ideale einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft aufgeben werden. Von daher ist die diesjährige Veranstaltung als ein Ausdruck von Solidarität mit Kobanê zu verstehen.
Vor diesem Hintergrund freuen wir uns wieder auf eine rege Teilnahme und wollen uns natürlich bei allen Teilnehmenden recht herzlich für die eingesendeten Werke bedanken!

22. Hüseyin Çelebi Literaturpreisverleihung
Zum Blog: www.huseyincelebi2014.blogspot.de

Zum Aufruf: http://yxkonline.com/index.php/publikationen/pressemitteilungen/443-22-hueseyin-celebi-literatur-und-gedichtsveranstaltung

Weitere Informationen gibt es auf Anfrage per E-Mail unter huseyin-celebi@yxkonline.de

Vorprogramm mit Workshops:
Ausstellungen und Seminare 13:00 – 15:30 Uhr, Saalbau Volkshaus Sossenheim
Siegener Straße 22, 65936 Frankfurt am Main
14.00 Uhr: Dengbêj-Vortrag mit Hozan Şemdin
15.30 Uhr: Diskussionsveranstaltung: „Basisdemokratie inmitten des Syrienkrieges“ – Delegationsbericht zur Revolution in Rojava

Abendprogramm:
Beginn 17.00 Uhr

• Begrüßungsrede
• Ceylan Önkol Kinderchor Darmstadt
• Hozan Semdin
• Dengê Xwezayê
• Dokumentationsfilm: Aus dem Leben von Hüseyin Çelebi
• Preisverleihung + Reden
• Theatervorstellung: Ax û Zeman
• Vortragung von Gedichten
• Tara Jaff
• Mehmet Atli

Adresse:
Saalbau Volkshaus Sossenheim
Siegener Straße 22

Datum:
Samstag, den 25. Oktober
Einlass: 16.30 Uhr
Beginn: 17.00 Uhr
Ende: 23.00 Uhr

YXK – Verband der Studierenden aus Kurdistan e.V.

23.10.2014: YXK Marburg stellt sich vor

Vorstellungsabend2014

Liebe Freunde,

es ist wieder so weit! Wie jedes Jahr, werden wir uns auch in diesem Semester als Verband der Studierenden aus Kurdistan (YXK) an der Universität Marburg, bei einem gemütlichen Kennenlernabend vorstellen. Für eine angenehme Atmosphäre wird gesorgt. Lasst uns zusammen Spaß haben und uns gegenseitig kennenlernen, aber auch über aktuelle politische Themen diskutieren.

Wir, die YXK (sprich: „Jä-Chä-Kä“), haben uns 1991 als kurdi­sche Studierende in Europa zusammengeschlossen, um auf den Konflikt in Kurdistan aufmerksam zu machen und auf dessen friedliche, demokratische Lösung hinzuarbeiten. Wir sind ein Dachverband mit Ortsgruppen in der BRD und Europa.

Um eine kritische Gegenöffentlichkeit zu schaffen und die Ge­sellschaft für die Situation in Kurdistan zu sensibilisieren, ver­anstalten wir Podiumsdiskussionen, Lesungen, Vorträge und Se­minare, Infostände, Lesekreise etc.
Auch kulturell und sozial engagieren wir uns durch Filmvorfüh­rungen, Kulturabende, Kurdisch-Sprachkurse und ähnlichem.
Neben der thematischen Schwerpunktarbeit zu Kurdistan enga­gieren wir uns auch in anderen politischen Fragen und versu­chen unserer Rolle als Studierende in der Gesellschaft gerecht zu werden. Daher ist es für uns selbstverständlich, auch über den Tellerrand zu schauen und viele andere Themen zu bearbei­ten.

Für Essen und Trinken wird von unserer Seite gesorgt. Schaut einfach vorbei!

Datum: 23.10.2014
Uhrzeit: 19 Uhr
Ort: Orientcentrum (CNMS)
Deutschhausstr. 12
35037 Marburg
Wir treffen uns am Haupteingang.

Mit solidarischen Grüßen

YXK Marburg

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Bei Interesse könnt ihr gerne Kontakt zu unserer Ortsgruppe in Marburg aufnehmen:
Blog: http://www.yxkmarburg.blogsport.de/
Email: marburg@yxkonline.de
Facebook:: facebook.com/yxk.marburg.7

17.10.2014: Vortrag „Kampf um Kobanê – Ausnahmezustand in der Türkei“

Seit Juli wird die kurdische Stadt Kobane vom sogenannten Islamischen Staat belagert. Ein Versuch kurdischer Selbstverwaltung, der sich im Laufe des syrischen Bürgerkrieges konstituiert hatte, steht damit seit Monaten auf dem Spiel. Anfang Oktober gelang es den Kämpfern des IS auf das Stadtgebiet von Kobane vorzudringen – obwohl die Anti-IS-Koalition unterschiedliche Infratstruktur und Stellungen des IS bombardiert hatte, wurde die internationale Unterstützung von den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) vor Ort als nicht ausreichend angesehen. Im Zentrum der kurdischen Kritik standen allerdings nicht die USA oder die internationale Anti-IS-Koalition, sondern die Türkei, welche durch ihre Grenze zu Syrien unmittelbar an die drei kurdischen Kantonen in Syrien und damit auch an Kobane liegt.

Die Türkei verweigerte über Monate nicht nur logistische oder militärische Unterstützung für die YPG (Volksverteidigungskräfte der kurdischen Bewegung in Rojava), vielmehr half sie direkt dem IS – durch den Transfer von salafistischen Kämpfern, Versorgungsgütern und Waffen. Die Proteste gegen diese Unterstützung des IS haben sich nun in Aufstände entwickelt. Aber der türkische Staat versucht nun wiederum diese niederzuschlagen. Nicht nur mit Hilfe der Polizei, sondern eben auch mit islamistische Gruppen und türkische Faschisten, zum Teil unter den Augen der Polizei.Allein in einer Protestnacht gab es mindestens 18 Tote – mehr als während der Monate andauernden Gezi Revolte und Ausgangssperren wurden verhängt sowie vom Militär durchgesetzt. Bereits vor seinem Vordringen nach Kobane hatte der IS im Raum Sindshar (Irak) die kurdische Jesiden aus ihren Dörfern vertrieben, viele Hingerichtet. Obwohl viele von Kämpfern der PKK vor ihrem Tod durch Verdurstung aus dem Gebirge oder ihrer Hinrichtung durch den IS gerettet werden konnten, bleibt die Gefahr von Massakern oder gar eines Genozids durch den IS bestehen – auch in Kobane. Die de facto Unterstützung des IS durch die AKP-Regierung und die Niederschlagung der Solidaritätskundgebungen mit dem

Widerstand in Kobane gefährdet nicht zuletzt den laufenden Verhandlungsprozess zwischen AKP und PKK. Im Angesicht des von der AKP zumindest billigend in Kauf genommenen drohenden Völkermordes an Kurden im Irak und Syrien durch den IS wird eine Rückkehr des türkisch-kurdischen Bürgerkriegs auch in der Türkei wahrscheinlich.

Was sind die jüngsten Entwicklungen der Lage? Welche Interessen haben die Türkei, welche die westlichen Staaten? Was kann „der Westen“, d.h. was können wir tun?

Veranstaltet von der Gruppe d.i.s.s.i.d.e.n.t., und dem Verband der Studierenden aus Kurdistan (YXK) Marburg, mit Murat Cakır (RLS Hessen)

Hier findet ihr den Link zur Facebook-Veranstaltung

Hungerstreikende in Wiesbaden 30.09.2014

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Die Hungerstreikenden vor dem Wiesbadener Hauptbahnhof

Der Brief an die Bundesregierung

Unterstützungsaufruf

Forderungen der Protestierenden deutlich zu lesen

Filmvorführung „Simurg“ und anschließende Diskussion mit dem Regisseur

Refik, Jafar, Cigdem, Hussein, Ali Akber und Delil hatten sich im Jahre 1996 am Widerstand, Todesfasten, gegen die Einführung der F-Typ-Zellen in der Türkei beteiligt. Nach 69 Tagen Hungerstreik bekamen sie das Wernicke-Korsakoff-Syndrom. Nun leiden sie unter Sprachschwierigkeiten, unwillkürlichen Kontraktionen, Gleichgewichtsstörungen, Gedächtnisverlust und Vergesslichkeit. Diese Aktivisten kommen beim erneuten Beginn des Todesfastens im Jahre 2000 erneut zusammen.

Sechs Freunde treffen sich am Grab Idil Ermens, dem ersten weiblichen Insassen, der aufgrund desTodesfastens sein Leben ließ. Hinterher verbringen die alten Freunde die darauf folgende Woche zusammen mitsamt ihren Familien. Sie denken an die vergangenen Ereignisse und unterstützen den aktuellen Widerstand – Todesfasten.

Auf der anderen Seite sind die Hungerstreiks in eine kritische Phase eingetreten. Die sechs Freunde besuchen am 18. Dezember die Todesfastenden in Küçükarmutlu. Sie unterhalten sich mit Zehra Kulaksiz, Gülsüman Dönmez, Senay Hanoglu und anderen, die in den folgenden Monaten ihr Leben verlieren werden. Die Ereignisse und die Menschen erzeugen das Gefühl, als befände man sich einem Zeittunnel; einerseits die ehemaligen Widerstandskämpfer mit ihren schweren Folgeerkrankungen und -behinderungen, andererseits entschlossen vorpreschende Hungernde wohl wissend, dass sie sterben werden bzw. mindestens Folgeschäden davontragen werden.

Am Tag nach diesem Besuch wird in den Gefängnissen die Operation „Zurück zum Leben“ durchgeführt.

Die Helden im Film verfolgen die Operation am Fernseher und kommentieren sie. Total demoralisiert und geknickt begeben sie sich auf die Straßen von Istanbul.

Es vergehen 10 Jahre … Cafer, Ali Ekber und Cigdem leben jetzt im Ausland.
Hüseyin, Refik, und Delil führen ihr Leben in Istanbul fort. Istanbuls verändertes Gesicht zeugt von Veränderungen im Laufe der Jahre. Doch für die Protagonisten des Films hat sich nicht viel verändert, die noch offenen Wunden der Vergangenheit warten darauf, behandelt zu werden.

Simurg umfasst einen Zeitabschnitt von 14 Jahren.

Während in Simurg die jüngst in den Gefängnissen stattgefundene Serie von Ereignissen behandelt werden, finden die Handlungen mit originalen Menschen in Echtzeit statt.
Der Film schlägt eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Außerdem gewährt er einen Einblick auf den Hintergrund des Widerstandes und der politischen Ereignisse.

In dem Film begründen die Aktivisten des Widerstandes ihre Reaktion auf die Einführung der Einzelhaft in den Zellen, indem sie das Vorhaben als eine Methode enttarnen, die „mit menschlicher Würde nicht vereinbar“ ist. Eine Unterbringung in solchen Zellen kann bei den Gefangenen psychische Störungen hervorrufen und sogar zur Suizid führen. Zur Durchsetzung ihres Projektes, F-Typ-Gefängnisse einzuführen und den Widerstand gegen die Wand zu fahren, greift die Regierung am Ende zur Gewalt.

Regisseur Ruhi Karadag thematisiert in Simurg Menschenrechte in den Gefängnissen. Er versucht Licht ins dunkle der letzten 14 Jahre zu bringen.

Regie Ruhi Karadağ
Mit Ali Ekber Akkaya, Çiğdem Kazan, Refik Ünal
Genre Drama , Dokumentation
Länge: 1 Std. 49 Min.

In Kooperation mit der YXK Marburg (Verband der Studierenden aus Kurdistan – Ortsgruppe Marburg)

Erklärung der YXK zum 1. Mai

Der 1. Mai als Tag der ArbeiterInnen und aller unterdrückten Menschen weltweit!

Der 1. Mai ist der Tag der revolutionären ArbeiterInnenklasse und wurde in Folge schwerer Streiks um den 8 Stunden-Tag im 19. Jahrhundert geboren.Viele ArbeiterInnen mussten diesen Kampf mit dem Leben bezahlen. Seitdem ist der 1. Mai zum Kampftag gegen Ausbeutung, Unterdrückung und Entrechtung geworden. Bis heute kämpfen Millionen Menschen – von Amed und Istanbul über Athen und Berlin bis Rojava – für eine andere Welt.

Kapitalismus ist die Krise

Der Kapitalismus zeigt überall auf der Welt immer dreister sein wahres Gesicht. Phänomene, die der Kapitalistischen Moderne inne wohnen, wie Krieg und Krise, Ausbeutung und Unterdrückung, Zerstörung sozialer Sicherungssysteme und der Umwelt, faschistische und rassistische Mobilmachung machen sich immer wieder bemerkbar.

Auch die Menschen in der BRD bekommen die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich zu spüren.Wir schauen einer unsicheren Zukunft entgegen: das Renteneintrittsalter wird angehoben, Leistungskürzungen werden weiterhin vorangetrieben, Privatisierungen und prekäre Beschäftigungsverhältnisse nehmen zu.

Vor allem in Zeiten der Krise ertönen überall Parolen wie „Das Boot ist voll“ oder „Sozialtourismus stoppen“. Dabei werden MigrantInnen, Flüchtlinge, Muslime/a, Sinti und Roma oder Erwerbslose zur Zielscheibe einer Hetze, die darauf abzielt, Gesellschaften zu spalten und die Kosten des Kapitalismus und seiner Krisen nicht den ProfiteurInnen und Verantwortlichen, sondern den ohnehin schon Ausgebeuteten aufzubürden.

Wir, die YXK – Verband der Studierenden aus Kurdistan rufen deshalb dazu auf, am 1. Mai gegen die Kapitalistische Moderne und für eine demokratische, ökologische und geschlechterbefreite Gesellschaft zu demonstrieren. Wir rufen dazu auf, sich in den Städten, in denen Rechte und NeofaschistInnen wie die NPD ihre rassistischen und hetzerischen Parolen verbreiten wollen, ihnen in den Weg zu stellen! Es gilt der rassistischen und sozialchauvinistischen Hetze unsere internationale Solidarität entgegenzusetzen!

Es lebe die Revolution in Rojava und Überall!

Der 1. Mai mit seinen Forderungen nach einem selbstbestimmten und freiem Leben findet derzeit bereits in Rojava (Westkurdistan) einen Weg in die Praxis.

In Rojava wird ein gesellschaftliches Leben mit gemeinschaftlicher Ökonomie, Rätedemokratie und Geschlechterbefreiung umgesetzt. Die Bevölkerung hat Selbstverwaltungs- und Selbstverteidigungsstrukturen aufgebaut und organisiert sich autonom entlang der Werte des demokratischen Konförderalismus, der von der kurdischen Freiheitsbewegung entwickelten Theorie.

Seit Beginn des Krieges in Syrien haben die in Rojava lebenden KurdInnen eine Alternative zur Herrschaft des Assad-Regimes auf der einen und dem Terror islamistischer Fundamentalisten auf der anderen Seite entwickelt.

So ist das Projekt der Revolution in Rojava ein „Dritter Weg“ im Mittleren Osten und damit den Herrschende in der Region aber auch den imperialistischen Mächten ein Dorn im Auge. Von Saudi-Arabien, Katar und der Türkei ausgerüstete und unterstützte Dschihadisten der Al-Kaida nahen Milizen Al-Nusra-Front und ISIS (Islamischer Staat im Irak und Syrien) überqueren größtenteils von der Türkei aus de facto unter dem Schutz deutscher Patriot-Raketen die Grenze nach Rojava und attackieren mit westlichen Waffen die Bevölkerung in der Region.

Nicht nur in Rojava, sondern auch in der Türkei wird die kurdische Freiheitsbewegung angriffen. So sind in der Türkei – trotz des andauernden Dialogs zwischen dem Vorsitzenden der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), Abdullah Öcalan, und dem Staat – noch mehr als 6.000 politische AktivistInnen im Zuge der sogenannten „KCK-Verfahren“ inhaftiert. Die kurdische Bewegung baut seit zehn Jahren ein Gegenmodell zur Kapitalstichen Moderne auf, in dem sie der Bevölkerung Kurdistans eine Grundlage für ein freies, demokratisches und selbstorganisiertes Leben schafft. Ziel dabei ist es eine demokratische, ökologische und geschlechterbefreite Gesellschaft zu etablieren.

Als revolutionäre Bewegung wird die kurdische Freiheitsbewegung besonders hier in Europa und Deutschland Verfolgungen ausgesetzt. Seit 1993 ist die PKK in Deutschland verboten. Kurdische MigrantInnen werden hierzulande wegen ihrer politischen Aktivitäten kriminalisiert und zu Haftstrafen verurteilt. Die BRD und die EU profitieren vom Bestehen der kurdischen Frage und dem Krieg in Kurdistan auf ihre Weise, wenn man bedenkt, dass die Türkei mit 15,2% neben Saudi-Arabien und Katar der wichtigste Abnehmer von deutschem Kriegsgerät ist.

Deshalb wollen wir als YXK auch am 1. Mai den sofortigen Stopp aller deutschen Rüstungsexporte fordern und unsere Solidarität mit der Revolution in Rojava und dem Recht der KurdInnen nach kommunaler Selbstverwaltung erklären! Unsere Solidarität gilt auch den Protesten in Istanbul gegen die weitere Einschränkung demokratischer Rechte! Wir fordern die Freilassung aller politischen Gefangenen!

Es lebe der 1. Mai – Bijî Yek Gulan!

YXK – Verband der Studierenden aus Kurdistan

1. Mai 2014

Einladung zum Vernetzungstreffen der AK Wohra

Liebe Freund_innen,
Liebe Genoss_innen,

in der Nacht vom 11. auf den 12. Januar wurde ein Haus von Asylbewerber_innen von vier Männern angegriffen. Sicher habt ihr davon gehört. Wir sind eine kleine Gruppe von Menschen, die mit den Bewohner_innen Kontakt haben und gerne mehr Menschen einbinden möchten. Da wir wissen, dass es in Marburg viele Menschen gibt, die an dem Thema Interesse haben und helfen möchten, wollen wir Euch zu einem Treffen einladen. Das Treffen soll dazu da sein, aufzuzeigen, was gerade passiert, wo ihr Möglichkeiten hättet, Euch einzubringen und Menschen zusammenzubringen, die an ähnlichen Aktions- und Supportformen interessiert sind. Wir wollen keine neue Politgruppe hochziehen, sondern Menschen miteinander in Kontakt bringen, die selbst aktiv werden wollen.

Hierfür laden wir laden Euch ein, am 04.03. um 20.30 h im Café am Grün.

AK Wohra

Die Einladung geht an politische Gruppen sowie Einzelpersonen.

Aufruf zur Demonstration „Rassismus tötet – Gegen rechte Gewalt“

demo dautphetal yxk-marburg
Im beschaulichen Städtchen Dautphetal bei Marburg wurde am 18.02.2008 ein Haus von Neonazis angezündet. Bereits nachmittags, Stunden vor der eigentlichen Tat, schmierten die unbekannten Täter das Wort „Hass“, die SS Buchstaben im Stil von Sigrunen, mit Sprühfarbe an die Tür der betroffenen Familie mit türkischem Hintergrund. Bereits zu diesem Zeitpunkt hätte Schlimmeres verhindert werden können, hätte die herbeigerufene Polizei den extrem rechten Farbanschlag ernstgenommen. Aber das Gegenteil war der Fall, sie tat, was sie immer tut: Beschwichtigen, beruhigen und letzendlich ignorieren.

Stunden später brannte der Holzanbau des Einfamilienhauses lichterloh. Die Bewohner_Innen konnten noch zwei Männer beobachten, die davonrannten und Naziparolen riefen. Der Brand wurde glücklicherweise schnell gelöscht, niemand musste den Anschlag mit seinem Leben oder körperlicher Versehrtheit bezahlen. Eine Woche später ließ die Polizei Marburg-Biedenkopf verlauten, es gäbe keine Verdachtsmomente – die Ermittlungen gegen die unbekannten Neonazis verliefen im Sande. Weitere Wochen nach der Tat erhielt die Familie, deren Haus angezündet wurde, einen Brief mit Zeitungsausschnitten des Brandanschlages – und drei beiliegende Streichhölzer.

Der Fall reiht sich in Hessen ein: Ebenfalls 2008 schlug im Schwalm Eder Kreis ein Neonazi ein 14-jähriges Mädchen bei einem nächtlichen Überfall auf ein Zeltlager mit einem Klappspaten in die Intensivstation. 2008 wurden vermeintliche Linke im nahen Goßfelden brutal zusammengeschlagen. 2010 verübten Neonazis in Wetzlar einen Brandanschlag mit Molotowcocktail auf das Haus eines Nazigegners. Seit 2012 ist im nahen Lumdatal eine Naziclique aktiv, zuletzt gingen sie mit Elektroschockern und Zaunlatten auf Passanten los.

Mit dem jüngsten Angriff auf eine Asylsuchendenunterkunft in Wohratal wird die Kontinuität rassistischer Übergriffe offensichtlich. In der Nacht zum 12.01. 2014 verwüsteten vier Männer aus Wohra und Kirchhain das Haus, zerstörten Fenster, Türen und Rollläden, bedrohten und beschimpften die Bewohner_innen. Obwohl die Randale über eine halbe Stunde dauerte, traf die Polizei trotz unmittelbar nach Beginn des Angriffes abgesetzten Notrufes erst wesentlich später ein – später streitet sie den rassistischen Charakter des Übergriffes ab.

Fakt ist: Nazis morden. Und das nicht erst seit dem Nationalsozialistischen Untergrund (NSU). Seit 1990 wurden 180 Menschen von Nazis in der BRD ermordet. Ob sie Leute zusammenschlagen, aus der S-Bahn werfen, erstechen, entführen oder eben ihr Haus anzünden, bleibt in der Begründung gleich. Der Grundpfeiler der Ideologie der Neonazis ist die Einteilung von Menschen nach rassistischen und chauvinistischen Kategorien. Die Folge hiervon ist unweigerlich die Diskriminierung und letztendlich die Vernichtung der durch dieses Gedankengut als minderwertig angesehenen Menschen.

Jedoch bleibt die Frage nach den Ursachen rechter Gewalt in der Diskussion um Rechtsterrorimus und Stiefelnazis meist außen vor. Nazis entstehen nicht im luftleeren Raum, sondern finden eine Gesellschaft vor, die eine solche Ideologie erst ermöglicht. Das Zeigen auf den vermeintlich glatzköpfigen rechten Rand verkennt allerdings die tiefe Verankerung menschenverachtender Ideologien wie Rassismus, Sexismus, Antiziganismus und Antisemitismus sowie weitere Formen von Ausgrenzung und Diskriminierung in der Gesamtgesellschaft. Die rassistischen Proteste gegen Asylsuchenden-Unterkünfte, die Stigmatisierung von Rom_nija, die deutsche Abschiebepraxis oder die Thesen Thilo Sarrazins sind keine Kinder extrem rechter Ideologien, sondern die der bürgerlichen Mitte. In der Großstadt, auf dem Dorf, im Osten wie im Westen gilt: Migrant_innen erfahren Rassismus in erster Linie nicht durch Nazis, sondern von den Nachbarn, von der Chefin oder den Kolleg_innen sowie auf der Ausländerbehörde.

Brandanschläge wie jener von 2008 in Dautphetal sind dabei die Spitze eines bekämpfenswerten Eisberges. Rechter Gewalt muss entgegengetreten werden – mit allen Mitteln! Ob dafür die örtliche Naziclique bekämpft, alltäglicher Rassismus in Deutschland thematisiert oder dem rechten Nachbarn Widerwort gegeben wird, vor allem eines darf man nicht: Rechte Gewalt und deren Opfer vergessen! Am 22.2. soll mit einer Demonstration durch Dautphetal das Bewusstsein dafür wachgehalten werden, dass Neonazigewalt und Rassismus alltäglich sind – auch in Marburg – Biedenkopf.

Für das Ende des alltäglichen Naziterrors!

Gegen die rassistischen Zustände – ob Ausländerbehörde oder Naziclique!

Für einen konsequenten Antifaschismus, der alle Teile der Gesellschaft in die Kritik einbezieht!

Der antifaschistische Selbstschutz muss organisiert werden!

Frieden in Kurdistan?! – Newroz 2013

Frieden in Kurdistan?! YXK-Marburg Newroz-Delegation 2013

Einschätzungen der politischen Lage in Nordkurdistan (Türkei) und Bericht über die Delegationsreise während der Newroz-Feierlichkeiten 2013 in Nordkurdistan.

Mitte März 2013 befand sich eine Delegation von überwiegend Jugendlichen mit unterschiedlichen politischen Hintergründen in Nordkurdistan (Türkei). Im Zentrum stand das Interesse, die kurdische Bewegung in ihrem Kampf um Selbstbestimmung und Frieden besser kennen zu lernen.

In den 10 Tagen führte die Delegation viele Gespräche mit verschiedenen Teilen der Bewegung. So traf sie sich mit Jugendlichen und Studierenden, mit Vertreterinnen der Demokratischen Freien Frauenbewegung und Politiker*innen der Partei für Demokratie und Frieden (BDP). Im Mittelpunkt standen vor allem die derzeitigen (Friedens-) Verhandlungen zwischen dem türkischen Staat und der kurdischen Bewegung.

In der Veranstaltung wollen wir zum einen die Eindrücke der Reise mit euch teilen, über die verschiedenen Aspekte der Bewegung sprechen und über die Entwicklungen des Verhandlungsprozesses des letzten Jahres
diskutieren.



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