Archiv für Juli 2010

Marburg: Giftgasanschlag in Innenstadt

Heute, am Samstag, 31. Juli 2010, detonierten in der belebten Marburger Innenstadt kurz nach 15.00 Uhr dicht nacheinander zwei Sprengsätze mit Giftgas. Am Marktplatz in der Oberstadt, wo viele BürgerInnen ihr Wochenende in den Cafés genossen, und an der großen Kreuzung Universitätsstraße/ Gutenbergstraße starben mitten im Marburger Shoppingviertel insgesamt 20 Menschen sofort durch das Giftgas, die genaue Zahl der Toten ist bisher nicht bekannt.

Tote auf dem Marburger Marktplatz

Mit der Aktion des symbolischen Sterbens machten die AktivistInnen der Kampagne TATORT Kurdistan ( http://tatort-kurdistan.blog.de/ ) auf die Waffenlieferungen der deutschen Wirtschaft mit dem Segen der Bundesregierung in die Türkei und andere Besatzerstaaten Kurdistans und den Einsatz von Giftgas dieser Staaten aufmerksam.

Das Sterben der AktivistInnen vom Verband der Studierenden aus Kurdistan/ Yekîtiya Xwendekarên Kurdistan (YXK-Ortsgruppe Marburg: http://yxkmarburg.blogsport.de/ ) wurde durch das Nachzeichnen ihrer Umrisse auf dem Boden, ein Transparent mit der Aufschrift „Deutsche Waffen, deutsches Geld morden mit in aller Welt“ und einer lauten Sirene, sowie das Verteilen von Flugblättern, begleitet.

Die bundesweit vernetzte Kampagne hat sich zum Ziel gesetzt die wirtschaftlichen und politischen Verstrickungen der BRD mit dem Konflikt in Kurdistan aufzudecken und zu thematisieren. Sie arbeitet auf einen dezentralen Aktionstag am 1. September, dem Antikriegstag, im gesamten Gebiet der BRD als ihren Höhepunkt hin. Getragen wird die Kampagne bereits von unterschiedlichsten Gruppierungen: z.B. Antikriegsgruppen, Kurdistan-Solidaritätsarbeitende, kurdische Vereine, Verbände und Jugendgruppen, Gruppen der türkischen Linken, der NRW-Landesverband DIE LINKE, deutsche Autonome und die radikale Linke. Drei Schwerpunkte greift die Kampagne vor allem auf, dies sind: 1. Die Rüstungstransfers zwischen der BRD und den BesatzerInnen Kurdistans. 2. Die Kriminalisierung und Repression gegen kurdische Flüchtlinge und politische AktivistInnen vor allem in Deutschland. 3. Die Energieprojekte in der Region Kurdistan, die eingebunden sind in die geostrategischen Überlegungen der BRD.

Hintergrundinformationen zu all diesen Themenschwerpunkten, sowie Genaueres zu der Kampagne selbst, Termine und Kontakte, gibt es auf dem Internetblog der Kampagne: http://tatort-kurdistan.blog.de/

Fotos der Aktion, sowie den Text des verteilten Flugblatts, befinden sich auf Indymedia: http://de.indymedia.org/2010/07/287054.shtml?c=on#c667369

31. Juli: TATORT Kurdistan Flashmob in Marburg

Flashmob in Paris

Die Kampagne TATORT Kurdistan ( http://tatort-kurdistan.blog.de/ ) ruft zu einem Flashmob am 31. Juli in Marburg auf.

Treffen ist um 14.00 Uhr im Alten Botanischen Garten, anschließend gehen alle Beteiligten auf den Martkplatz, wo sie gemeinsam symbolisch „sterben“, während Flyer an die PassantInnen verteilt werden. Unterstützt wird die Aktion durch Sirenengeräusche und Transparente, um Aufmerksamkeit zu gewinnen. Inhaltlich soll die Kampagne weiter bekannt gemacht werden und auf die wirtschaftliche Verstrickung der BRD in den Konflikt in Kurdistan thematisiert werden.

Bei Interesse oder Fragen einfach vorbeikommen oder an tatort-kurdistan.hessen@gmx.de schreiben.

Kommt alle am 31. Juli nach Marburg!!!

Demonstration gegen Leichenschändungen des türkischen Militärs: Frankfurt, 17. Juli, 17.00

Bild 1: Einer der Proteste auf den kurdischen Straßen in den letzten Tagen.
Bild 1: Einer der Proteste auf den kurdischen Straßen in den letzten Tagen.

Die Gefallenen der kurdischen Guerilla, die in den letzten Wochen – seit der Wiederaufnahme der legitimen Selbstverteidigung – im Krieg des türksichen Militärs starben, wurden zum Teil nicht in Gefechten getötet, sonder gefangen genommen, gefoltert und auf extralegalem Weg hingerichtet, bevor ihre Leichen geschändet wurden. Gegen dieses Vorgehen des türkischen Militärs, das nicht nur gegen jegliches internationales Recht verstößt, sondern auch als Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu betrachten ist, findet eine der zahlreichen Demonstrationen statt:

17. Juli 2010, Samstag, 17.00 Uhr
Frankfurt, Bockenheimer Warte

(Zug RE4111 aus MR um 15.35, aus Gi 15.53 bis FFM HBF, dann U4 bis Bockenheimer Warte)

Bild 2: Leichenschändung des türkischen Militärs an Gefallenen der kurdischen Guerilla in den 90er Jahren.
Bild 2: Leichenschändung des türkischen Militärs an Gefallenen der kurdischen Guerilla in den 90er Jahren.

In den letzten Wochen nimmt der Krieg in Kurdistan ein neues Ausmaß an. Nach der Aufkündigung des einseitigen Waffenstillstands der kurdischen Guerilla, der beendet wurde, da die Guerilla eine weiteres gewaltsames Vorgehen des türkischen Staates gegen politische AktivistInnen und kurdische ZivilistInnen nicht mehr hinnehmen konnte, und der ohnehin vom türkischen Militär nie angenommen wurde, greift das Militär wieder zu Methoden des schmutzigen Krieges der 90er Jahr.
Schon damals wurden Dörfer zerstört, ZivilistInnen vergewaltigt, gefoltert, vertrieben und getötet, politische AktivitInnen verfolgt und zu hunderten (heute mehrere tausende) weggesperrt und die kurdische Guerilla mit allen erdenklichen Mitteln bekämpft, die aller Menschlichkeit entbehren. Diese ganzen Methoden werden heute wieder aufgegriffen. Besonders grausam ist das Foltern gefangener Guerilla-Kräfte, sowie das Schänden ihrer Leichen, besonders die sexualisierte Gewalt gegen weibliche Guerilleras ist schwer mit Worten zu fassen.
In ganz Kurdistan, aber auch in Städten wie Istanbul, gehen die Menschen auf die Straße und es kommt vermehrt zu Auseinandersetzungen bei den verzweifelten Protesten der Zivilbevölkerung gegen das Vorgehen des türkischen Militärs. Auch in Europa muss sich der Widerstand regen! Darum gehen wir am 17. Juli in Frankfurt auf die Straße!!

Quellen im Internet:
ISKU – Informationsstelle Kurdistan (deutsch):
http://www.nadir.org/nadir/initiativ/isku/pressekurdturk/2010/27/01.htm
Firat News Agency (english):
http://en.firatnews.com/index.php?rupel=article&nuceID=561
http://en.firatnews.com/index.php?rupel=article&nuceID=527
http://en.firatnews.com/index.php?rupel=article&nuceID=470
Indymedia (deutsch):
http://de.indymedia.org/2010/07/285952.shtml
Bahnverbindung:
http://reiseauskunft.bahn.de/bin/query.exe/dn?ld=96151&seqnr=2&ident=k6.0506151.1279118907&rt=1&rememberSortType=minArrival&REQ0HafasScrollDir=1

Kurdisches Kommando übt Piratenakt in der Lahnschleife

tretboot lahn

Zur aktuellen bundesweiten Kampagne Tatort-Kurdistan führte die YXK-Ortsgruppe Marburg heute ihre erste Aktion durch: Mit zwei Tretbooten schipperte die Gruppe Studierende ausgerüstet mit einem großem Transparent und einem Megafon heute eine gute halbe Stunde auf der Lahn auf Höhe der Mensa herum, um lautstark auf die Themen der Kampagne aufmerksam zu machen. 15 Leute waren damit beschäftigt, die musikalisch hinterlegte Aktion durchzuführen, die Informationen durchs Megafon zu verkunden und am Ufer die dazugehörigen Flyer zu verteilen.
Die Kampagne Tatort Kurdistan hat sich zum Ziel gesetzt, in zahlreichen verschiedenen Städten Deutschlands mit den unterschiedlichsten Aktionen zur Verbreitung der speziellen Themen zu arbeiten. Die Aktionen erstrecken sich von Demonstrationen über Informationsveranstaltungen bis hin zu kreativen Aktionen wie z.B. Flashmobs oder Tretbootaktionen. Themen der Kampagne sind die Rüstungsexporte deutscher Unternehmen und der deutschen Bundesregierung an die Türkei, mit denen der Krieg in Kurdistan ermöglicht und aufrecht erhalten wird. Andere Punkte sind die politische Kriminalisierung der KurdInnen in Deutschland und allgemeine Repressionen gegen die kurdische Freiheitsbewegung. Wer sich über die Themen der Kampagne genauer erkundigen möchte kann unter http://tatort-kurdistan.blog.de/ fündig werden.

Indymedia-Artikel:http://de.indymedia.org/2010/07/285723.shtml?c=on#c663248

13. Mazlum Dogan-Jugendfestival

Am 10. Juli 2010 findet ab 12.00 Uhr das 13. Mazlum Dogan-Jugendfestival im Stadium Köln Süd statt. Das kurdische Sport- und Kulturfestival ist nach dem politischen Aktivisten Mazlum Dogan benannt, um an seinen symbolischen Tot an Newroz 1982 zu erinnern.
Das Festival, was sich vor allem an die kurdische Jugend richtet, steht selbstverständlich allen Menschen offen, insbesondere politisch interessierten Menschen. Aus Marburg und Gießen wird ein gemeinsamer Bus fahren. Abfahrt am 10. Juli um 9.15 Uhr ab dem Marburger Hauptbahnhof und um 8.15 Uhr von den Gießener Nordanlagen, gegenüber der Haltestelle Ederstraße. Wir freuen uns über jedes neue Gesicht!