Archiv für Januar 2015

06.02.2015: Benefizabend „Musik für Kobanê“

LIEBE FREUNDINNEN UND FREUNDE,
LIEBE STUDENTEN UND STUDENTINNEN,
HEVALÊN HEJA!

Die YXK Marburg, ich (Kian Zwo Drei) und das Solidaritätsplenum Kurdistan aus Marburg laden euch herzlich auf den Benefizabend

„MUSIK FÜR KOBANÊ“ am FREITAG, DEN 6. FEBRUAR im Trauma in Marburg ein!

Das kurdische Volk aus Kobanê und die gesamte Widerstandsbewegung aus Rojava/Westkurdistan kämpfen zur Zeit einen tapferen Kampf gegen die brutalen Angreifer des sogenannten IS und setzen sich für eine demokratische, geschlechtergerechte und multiethnische Gesellschaft in Kobanê, Rojava und ganz Kurdistan ein. Um diesen Kampf zu stemmen und um die notleidende Bevölkerung vor Ort mit den nötigsten humanitären Mitteln zu versorgen brauchen sie alle Unterstützung die sie bekommen können!

Wir wollen die vorhandene Solidarität in der Bevölkerung in Deutschland und hier vor Ort in Marburg nutzen und mit unserem Benefizabend einen Beitrag zu den Spendenkampagnen leisten, die es momentan deutschland-, europa- und weltweit gibt!

BITTE MACHT EURE FREUNDE / KOMMILITONEN etc. AUF UNSERE VERANSTALTUNG AUFMERKSAM!

//Das Programm//

Ort: Trauma Marburg

Beginn/Einlass: 17.30 Uhr

18 Uhr: Vorstellung eines Reiseberichts einer internationalen Rojava-Delegation mit Lokman Turgut (Kurd-Akad e.V.)

20 Uhr: Konzertbeginn mit
- Critical Degree (Marburg/Kassel; Pop-Rock, Powerpop, Alternative Rock),
- Fahrlässige Farbigkeit (Marburg/Frankfurt; Experimental Psychedelic Fusion),
- Lale Koçgün Ensemble (Darmstadt/Mainz; Kurdisch-Zazaische Musik) und
- Isla del Río (Marburg/Gießen; Flamenco- Fusion)

Ab 23 Uhr: Aftershowparty mit DJ Fou-rieux (Marburg; Drum‘n'Bass & Dancehall) und Die Janeway (Marburg; Trap & Dubstep)

Eintrittspreise: 6 € (Basis), bis 10€ (Soli); nur Party 4 € (Basis)

Spende geht an: Heyva Sor e.V.

Eine Auswahl an kurdischem Essen sowie alkoholische und nicht-alkoholische Getränke werden an dem ganzen Abend zum Verkauf angeboten.

… AM 6.2. ERLEBEN WIR MIT EUCH EINEN SPANNENDEN, BUNTEN ABEND FÜR KOBANÊ!

Kobanê ist frei, Kobanê ist frei, Kobanê ist frei!

Als am 15. September der IS (Islamischer Staat) einen Vernichtungsangriff auf den Kanton Kobane startete, gelang er zuletzt durch die Unterstützung der Türkei, bis in weite Teile des Stadtzentrums. 200000 Menschen flohen aus der Stadt. Erdogan ließ keine Gelegenheit ungenutzt, die Verteidigung Kobanês als gescheitert zu erklären. „Kobane ist gefallen, Kobane wird fallen…“, waren seine Worte. Auch aus den USA kamen Töne, die den Fall Kobanês vorhersehen wollten. Alle waren darauf fixiert, Kobane als „vernichtet“ abzustempeln und den IS als „unbesiegbar“ darzustellen.

Jedoch kam es anders. Kobane wurde zum Symbol des Widerstandes. Der heldenhafte Einsatz der KämpferInnen konnte eine Kehrtwende erzielen. Der Widerstand in Kobanê wurde zur treibenden Kraft für Menschen quer über den Globus. Weltweit solidarisierten sich Menschen mit dem Kampf der YPG & YPJ gegen den IS. Der verkündete „Fall“ Kobanês blieb aus. Der Westen war gezwungen, um sein Gesicht nicht zu verlieren, die KurdInnen im Kampf gegen den IS in Kobanê und auch Shengal zu unterstützen.

Gestern, am 26.01.2015 verkündeten dann die YPG und YPJ – Volks- und Frauenverteidigungseinheiten in Rojava – dass der IS aus der Stadt Kobanê verdrängt wurde. Ihre Fronten wurden zerschlagen, sie wurden geschwächt und zum größten Teil getötet – der Mythos der Unbesiegbarkeit des IS durch die Befreiung Kobanês gebrochen. Derzeit macht die YPG/YPJ eine Offensive in Kobanê und befreit immer mehr Gebiete aus den Händen des IS.

Die Befreiung Kobanês ist nicht zuletzt den gebrachten großen Opfern zu verdanken. Hunderte Menschen ließen dabei ihr Leben. Aus aller Welt schlossen sich Menschen den Reihen der YPG an, unterstützten das Projekt Rojava mit allen möglichen Mitteln und machten Solidaritäts-Aktionen in ihren Städten. Der Global Rally for Kobanê am 1. November wurde zu einem kraftvollen Ausdruck der Internationalen Solidarität. Wenn heute Kobanê vom IS gesäubert ist, dann ist das auch dieser Unterstützung zu verdanken.

Als YXK werden wir jetzt umso mehr unseren Einsatz verstärken, den Aufbau der befreiten jedoch auch zerstörten Stadt Kobanê zu unterstützen. Dass wir dabei auf die Unterstützung tausender junger solidarischer Menschen, befreundeter Organisationen und Bewegungen angewiesen sind, ist uns bewusst. Zu wissen, dass wir auch mit dieser Unterstützung rechnen können, bestätigt uns in unserem internationalistischen Kampf.

Hoch die internationale Solidarität!

YXK – Verband der Studierenden aus Kurdistan e.V, 27.01.15

27.01.2015 – Feier zur Befreiung von Kobanê

Kobanê îro dîrok nivîsand. Piştî berxwedana 134 rojan bajar ji terorîstên DAIŞ‘ê hat paqij kirin. Em dixwazin siba vê serkeftina li hember belaya reş pîroz bikin.

Roja sêşemê, 27.01.2015, demjimêr 19:00′an li Rudolphsplatz a Marburgê.
---------------
Kobanê hat heute Geschichte geschrieben. Nach 134 Tagen erbitterten Widerstand wurde die Stadt aus den Fängen der IS-Terroristen befreit. Diesen Sieg über die schwarze Pest wollen wir morgen feiern.

Dienstag, 27.01.2015, ab 19:00 Uhr, am Rudolphsplatz in Marburg

Ihr seid alle herzlich eingeladen.

Liebe FreundInnen,

leider müssen wir euch mitteilen, dass die für morgen geplante Veranstaltung „Sakine Cansiz – Ein Leben in Widerstand“ aus organisatorischen Gründen leider nicht stattfinden kann. Wir bitten herzlich um Entschuldigung und danken für euer Verständnis.

YXK Marburg

Erklärung der YXK zu den Pariser Morden und dem Anschlag auf Charlie Hebdo /// Aufruf zur europaweiten Demo am 10.1. in Paris‏

Am 9. Januar 2013 wurden Sakine Cansiz, Fidan Dogan und Leyla Saylemez im Kurdistan Informationszentrum in Paris heimtückisch ermordet. Der Tathergang zeigt, dass die Morde geplant und professionell ausgeführt wurden, was den Rückschluss nahe legt, dass dies ein politischer Anschlag auf die kurdische Gemeinschaft in der Diaspora und ihre Aktivitäten in Europa war. Auch zwei Jahre nach der Tat, wurde dieses grausame Verbrechen nicht aufgeklärt.

Alle drei Frauen waren politische Aktivistinnen. Sakine Cansiz gehört zu den Gründungsmitgliedern der PKK (Arbeiterpartei Kurdistans). Sie hat in ihrer 12-jährigen Haftzeit, gegen die unmenschliche Folterpolitik der Türkei entschlossen Widerstand geleistet und wurde so zu einer Symbolfigur des kurdischen Frauenfreiheitskampfes. Sie widmete ausnahmslos ihr Leben für die Freiheit des kurdischen Volkes und der Freiheit der Frau. Fidan Dogan kam als Flüchtlingskind nach Frankreich und war aktiv in mehreren Bereichen der Öffentlichkeitsarbeit tätig. Sie galt als eine junge und über große Erfahrung verfügende Diplomatin. Leyla Saylemez war eine junge Aktivistin, die ihr bürgerliches Leben, geprägt durch die Verfolgungspolitik der Türkei in der Vergangenheit, aufgab und sich voll und ganz der politischen Tätigkeit widmete. Jahrelang war Leyla Saylemez in Europa als Jungaktivistin tätig und wurde so für viele kurdische Jugendliche zum Vorbild.

Die kurdische Gemeinschaft in der Diaspora und ihre Aktivitäten in Europa werden seit Jahrzehnten kriminalisiert. Vereine werden geschlossen, Aktivisten/Innen werden verhaftet und hier in Deutschland z.B. nach § 129 b angeklagt, wie zuletzt Mehmet Demir, der seit August 2014 in Untersuchungshaft sitzt oder Adem Uzun – ein Mitglied des Kurdischen Nationalkongress (KNK) – der in Frankreich verhaftet wurde. Seit 2007 wurden in Frankreich über 200 kurdische Aktivisten/innen festgenommen und viele davon verurteilt. Kurdische Einrichtungen und Aktivisten/Innen werden rund um die Uhr überwacht, wodurch die verstärkte Repression des Staates zum Ausdruck kommt. Auch das Kurdistan Informationsbüro in Paris stand unter strenger Beobachtung durch französische Behörden. Trotz strenger Überwachung konnten an einem belebten Ort an einem frühen Abend, drei Personen unbemerkt in diese Einrichtung eindringen und die drei Frauen umbringen. Deshalb stellt sich die sehr starke Vermutung auf, ob nicht der französische Staat ebenfalls in dieses Massaker involviert ist.

Seit Jahren arbeitet der türkische Staat mit den europäischen Staaten zusammen und versucht mit allen Mitteln, die kurdische Freiheitsbewegung zu bekämpfen. Auch Frankreich ist ein enger verbündeter der Türkei, stattet sie regelmäßig mit geheimdienstlichen Informationen aus und führt Repressionen gegen jegliche kurdische Strukturen im Lande durch, worauf nicht zufällig oft Rüstungsaufträge in Milliardenhöhe von der Türkei an französische Großunternehmen folgen. Auch das PKK-Verbot in Europa ist eine Folge der Zusammenarbeit mit internationalen Mächten, allen voran der Türkei.

Es gibt zahlreiche Indizien, die zeigen, dass der türkische Geheimdienst hinter den Morden in Paris steckt. Der kurze Zeit später festgenommene mutmaßliche Täter Ömer Güney hatte sich in die Strukturen der kurdischen Bewegung in Paris eingeschleust und die Morde geplant. Am 12. Januar 2014 tauchten Tonaufnahmen von Güney mit 2 Angehörigen des türkischen Geheimdienstes (MIT) im Internet auf, in der sie die Morde gründlich planten. Sakine Cansiz, Leyla Saylemez und Fidan Dogan waren nicht die einzigen, die ermordet werden sollten. Auch andere Namen fielen bei den Gesprächen. Die Festnahme von drei mutmaßlich Geheimdienstmitarbeitern in der BRD vor einigen Wochen zeigen, dass der türkische Staat intensiv kurdische und andere oppositionelle linke Strukturen in Europa beobachtet.

Das Gerichtsverfahren hat nach 2 Jahren immer noch nicht begonnen. Nicht nur die türkischen Behörden dementieren jegliche Beteiligung an den Morden – sie erklären, dass die Gülen-Sekte hinter diesem Mord stecke. Auch der französische Geheimdienst weigert sich Informationen über die Tat herauszugeben und lässt die Anwälte vor geschlossenen Türen stehen.

Gestern, am 7. Januar 2015, ereignete sich ein weiteres Massaker in Paris. Zwei islamistisch motivierte Männer stürmten maskiert die Büroräume der Satire-Zeitschrift „Charlie Hebdo“ und töteten dabei 12 Menschen, davon 10 MitarbeiterInnen der Zeitschrift. Dieser Anschlag ist der Gipfel des islamistischen Terrors in Europa der letzten Jahre und ein Ergebniss des Erstarkens jener Kräfte im Mittleren Osten. Sie sind vor allem aufgrund der Unterstützung durch die Machthaber aus der Türkei, Saudi-Arabien und Katar so erstarkt. Diese Staaten verfolgen geopolitische, militärische und wirtschaftliche Interessen, indem sie die Terrororganisation IS in der Region zu einer starken Macht fördern, deren Ideologie gestern in Paris 12 Menschen tötete.

Zur Türkei, Saudi-Arabien und Katar haben sowohl Frankreich als auch die BRD schon seit je her sehr gute Beziehungen. Die Türkei und Saudi-Arabien sind Hauptabnehmer der deutschen Waffenindustrie. Sowohl die BRD als auch Frankreich unterstützen den türkischen Staat seit Jahrzehnten in seinem Kampf gegen die PKK, die heute am entschiedensten gegen den IS und seiner mittelalterlichen, sexistischen und antidemokratischen Ideologie im Mittleren Osten kämpft. Wenn gestern islamistische Kräfte einen Anschlag in Paris durchführen konnten, dann ist das auch ein Ergebnis der jahrzehntelangen Politik des französischen und deutschen Staates im Mittleren Osten, die zu Armut, Flucht, Vertreibung, Krieg und Perspektivlosigkeit – Ein starker Nährboden für islamistische Kräfte – in der Region führten. Nicht die flüchtenden Menschen aus der Region und anderen Orten der Welt sind das Problem, sondern die Politik des Westens.

Die Morde an Sakine Cansiz, Fidan Dogan und Leyla Saylemez, der Anschlag gestern gegen das Büro von „Charlie Hebdo“, sowie die Politik des Westens im Mittleren Osten, sind die selbe Seite der Medaille. Unsere Antwort dagegen ist es einen gesellschaftlichen Widerstand und Gegenwehr aufzubauen – Sowohl gegen diese imperialistische Politik, als auch gegen alle Kräfte, wie Pegida, Hogesa, Front National, Lega Nord, etc., die die Folgen dieser imperialistischen Politik für ihre rassistischen und faschistischen Vorstellungen instrumentalisieren wollen. Sara, Rojbîn und Ronahî sind Symbolfiguren des Kampfes gegen diese Rückständigkeiten.

Um ihrem Kampf zu gedenken und ihn zu vergrößern, um gegen jegliche Rückständigkeit – religiös-fundamentalistische, rassistische, faschistische, sexistische – zu protestieren und die Aufklärung der Morde vom 9. Januar 2013 zu fordern rufen wir deshalb zur europaweiten Demonstration am Samstag, den 10.01.2015 in Paris auf.

DATUM: 10. Januar, 2015
BEGINN: 11:00 UHR
ORT: Gare du Norde ; Paris
BUSANREISEN: Aus vielen verschiedenen Städten der BRD,
siehe: https://www.facebook.com/pages/Verband-der-Studierenden-aus-Kurdistan-eV-YXK/233404133346306

YXK – Verband der Studierenden aus Kurdistan, 8. Januar 2015

10.01.2015: Demonstration für Gerechtigkeit und Wahrheit in Paris

Demonstration am Samstag, 10.01.2015, um 11 Uhr, am Gare du Nord/ République in Paris

Es wird eine gemeinsame Anfahrt aus Marburg geben. Schreibt uns für weitere Informationen. Hier findet ihr alle Kontaktdaten

Am 9. Januar 2013 wurden die drei kurdischen Aktivistinnen Sakine Cansiz, Fidan Dogan und Leyla Saylemez in Paris ermordet. Obwohl die Verantwortung des türkischen Geheimdienstes offensichtlich ist, schweigt der französische Staat zu diesem politischen Verbrechen.

Wir verurteilen das Vorgehen Frankreichs und dieses abscheuliche Verbrechen! Wir fordern Wahrheit und Gerechtigkeit!

Hintergrundinformationen zu den Morden in Paris