Archiv für März 2015

Ronahî Nr. 41 ist erschienen und erstmals an der Newroz-Feier am 21. März in Bonn erhältlich

Liebe FreundInnen,

die Arbeiten zur 41. Ausgabe der– Verbandszeitschrift der YXK – wurden beendet. Die Ronahî wird erstmals am 21. März an der zentralen Newroz-Feier an unserem Stand erhältlich sein. Die Themenrubriken umfassen unsere Verbandsarbeiten, Politik und Gesellschaft, Kultur und Kurdisch Lernen. Interessierte können sie bei uns unter
ronahi@yxkonline.de bestellen oder bei den Ortsgruppen der YXK anfragen.

Um einen ersten Vorgeschmack für die Zeitschrift zu geben, veröffentlichen wir im Folgenden einen Artikel der Zeitschrift online.

21.03.2015: Bundesweite Newrozfeier in Bonn

Busabfahrtzeiten für Stadtallendorf/ Marburg/ Gießen/ Lollar/ Wetzlar:
STADTALLENDORF/ Hauptbahnhof: 07:00 Uhr
MARBURG/ Zoll: 07:30 Uhr
GIESSEN/ Nordanlage: 07:00 Uhr
LOLLAR/ Edeka: 07:00 Uhr
WETZLAR/ Magdalenenhäuser Weg: 07:00 Uhr
WETZLAR/ Busbahnhof: 07:30 Uhr

Falls Interesse für eine Mitfahrt besteht könnt ihr euch gerne bei uns melden.

Ivana Hoffmann verkörpert den Widerstandsgeist aller Völker in Rojava!

„Ich kann die schönsten Farben nicht mehr auseinander halten, den Wind der Stadt spüre ich nicht mehr auf meiner Haut, das Singen der Vögel hört sich stärker nach dem Ruf der Freiheit an. Ich habe einen Entschluss gefasst, ich habe Tage und Nächte mit den Gedanken in meinem Kopf gelebt und heute ist der Tag, an dem ich mit meinem Willen, der so stark ist wie die Strömung des Flusses Dîcle-Firat,den Schritt gehen werden.“

Zeilen aus dem letzten Brief, den Ivana Hoffmann schrieb, bevor sie nach Rojava ging, um gegen die Terrormiliz IS zu kämpfen. Sie ging, weil sie „ein Teil der Revolution in Rojava sein wollte.“

Wir als YXK-Verband der Studierenden aus Kurdistan gedenken mit großem Respekt der internationalistischen Frauenkämpferin Ivana Hoffmann (Avaşin Tekoşin Güneş), die in den Reihen der MLKP (Marxistisch-Leninistischen Kommunistischen Partei) für die Verteidigung der Errungenschaften der Revolution in Rojava kämpfte.

Ivana Hoffmanns Überzeugung und Stärke führte sie vom antifaschistischen Engagement in ihrer Heimatstadt Duisburg bis nach Kurdistan, wo sie am 7.März 2015 im Kampf um die Befreiung der Stadt Kobanê gegen den faschistischen IS unsterblich wurde.

Sie verteidigte die Frauenrevolution in Rovaja und führte einen tapferen Widerstand. Wie ihre Mitstreiterin Arîn Mirkan ist Ivana Hoffmann zum Symbol der kämpfenden Frau in Rojava geworden.

„Wenn ich zurück komme, werde ich meine Genossen, mein Umfeld mit dem Kampfgeist und der Willenskraft anstecken, ich werde wie die schönsten Lieder sein und jeden in meinen Bann ziehen. Ich werde eine Guerilla voller Nächstenliebe und Hoffnung.“

Nun ist Ivana Hoffmann als heldenhafte Guerilla zurück, ihr revolutionärer Widerstand lässt sich überall spüren – ihr Kampfgeist hat sich in den Strömungen des Flusses Dîcle-Firat niedergeschlagen und prallt gegen die Felsen, die Vögel zwitschern nun ihre Liebe zur Freiheit und ihr Lachen schallt wie ein Echo von den Wänden wieder.

Unsere Aufgabe ist es, Ivana Hoffmanns Kampf um die Freiheit und Menschlichkeit fortzusetzen und ihren revolutionären Kampf auf die Straße zu bringen

Wir als YXK- Verband der Studierenden aus Kurdistan rufen dazu auf, an der europaweiten Demonstration für Ivana Hoffmann in Duisburg und der anschließenden Beerdigung teilzunehmen

Ivana Hoffmann wird in unseren Herzen und in unseren Kämpfen weiterleben!

Şehit Namirin! – Ivana Hoffmann ist unsterblich!

YXK-Verband der Studierenden aus Kurdistan

Die Revolution in Rojava ist die Revolution der Frau – Aufruf zum Weltfrauentag!

Erklärung der YXK-Jin zum 8. März

Der Weltfrauentag steht für gesellschaftliche, rechtliche, politische und wirtschaftliche Gleichstellung, ein selbstbestimmtes Leben der Frau, für das Recht auf körperliche Integrität sowie sexuelle Unabhängigkeit – gegen Sexismus, Patriarchat und eine systematische Ausbeutung von Frauen. Der erste Weltfrauentag fand am 19. März 1911 in Dänemark, Deutschland, Österreich-Ungarn und der Schweiz statt. Mehr als eine Millionen Frauen demonstrierten auf der Straße, um ihrer Forderung „Heraus mit dem Frauenwahlrecht“ Nachdruck zu verleihen. Zu Ehren der Rolle der Frau in der Februarrevolution wurde 1921 der 8. März als internationaler Gedenktag eingeführt. Auch über hundert Jahre später sind viele Forderungen weiterhin aktuell.

Wichtige Vorreiterinnen der Frauenbefreiung in Kurdistan sind Sakine Cansiz, Leyla Saylemez, Fidan Dogan und Arîn Mirkan: Sie alle verbindet der kämpferische Widerstand gegen das Patriarchat und die Vision einer geschlechterbefreiten Gesellschaft. Sakine ist das Symbol der kurdischen Frauenbewegung. Sie verkörpert den Willen und die Liebe zur Freiheit. Trotz all der Repressalien und Folter, die sie von staatlicher Seite erfuhr, führte sie stets erbitterten Widerstand. Auch Arîn Mirkan ist ein Sinnbild der kämpfenden Frau aus Rojava.

All diese Frauen sind die treibenden Kraft einer Revolution, die nun durch die YPJ Kämpferinnen weitergeführt wird. So zeigten die Medien im letzten Jahr vermehrt lachende Frauen in Uniform, die mit Überzeugung und Stärke gegen den Islamischen Staat in Rojava kämpfen. Denn diese starken Frauen riskieren ihr Leben, um die Visionen von Sakine Cansiz und Arîn Mirkan fortzusetzen. So war das Jahr 2014 das Jahr der starken Frau.

Die Revolution der Kämpferinnen der YPJ zeigt eine bedeutende Perspektive der Emanzipation der Frau auf. Sie ist die Selbstbefreiung von alten Rollenbildern und jahrelanger Unterdrückung und Ausbeutung. Die YPJ stellen eine eminente Gegenkraft gegen das patriarchale Herrschaftssystem dar, die wesentlich für die Vernichtung der Würde der Frau ist.

Der Aufbau einer basisdemokratischen Gesellschaft in Rojava kann mit der klassischen Rollenverteilung nicht realisiert werden, es ist gar hinderlich. Denn Basisdemokratie ist das System, indem die Selbstorganisierung des Volkes im Vordergrund steht. Das umfasst die autonome Bildung von Räten, so dass sich jedes Individuum einbringen und an Entscheidungen partizipieren kann. Um eine pluralistische Partizipation zu ermöglichen, fordert dieses System Gleichberechtigung auf allen Ebenen. Dies beinhaltet sowohl eine Gleichberechtigung der verschiedenen Ethnien als auch eine Gleichberechtigung der Geschlechter.

Die Eigenständigkeit und Selbstbestimmung der Frau hat folglich eine essentielle Bedeutsamkeit. Mit dieser Leitidee entstanden von Frauen organisierte Frauenräte, Frauenkomitees und Frauenzentren. Die Frauenräte, ein beschlussfassendes Gremium aller Frauen, vertreten die politischen Interessen der Frauen und fördern somit einen progressiven Aufbau einer demokratisch-ökologischen sowie einer geschlechterbefreiten Gesellschaft. All diese Institutionen stärken die Unabhängigkeit der Frau und binden sie aktiv in die Gesellschaft und die Politik ein. Frauen werden zunehmend mobilisiert, gestärkt und erhalten eine gleichberechtigte Position in der Gesellschaft. Bildung und Aufklärung in Themen wie dem demokratischen Konföderalismus, Selbstverteidigung, Jineolojî, Geschichte der Frau, Sexismus und Frauenrechte sind wichtige Grundlagen für das Entwickeln des freien Bewusstseins der Frau. Hierbei ist ebenfalls von Bedeutung, dass Frauen in die kurdischen Sprache gelehrt werden, da die Alphabetisierung unabdingbar für die politische Partizipation ist.

Unverkennbar ist: Die Befreiung der Frau ist ein Maßstab für die Befreiung und Demokratisierung der Gesellschaft. Feminizide, Sexismus und Ausbeutung in jeglicher Form können nur bekämpft werden, wenn Frauen sich selbst organisieren.

Anfang des 20. Jahrhunderts demonstrierten Frauen auf der Straße, um ihre Forderung „Heraus mit dem Frauenwahlrecht“ Nachdruck zu verleihen. Und heute kämpfen Frauen in Rojava aus eigener Kraft für eine geschlechterbefreite Gesellschaft und zeigen darin wahre Stärke. Diese Stärke macht die YPJ zu Vorbildern für alle Frauen dieser Welt.

Wir als YXK Jin – autonomer Frauenflügel des Verbandes der Studierenden aus Kurdistan rufen daher anlässlich des 8. März alle Frauen dazu auf den diesjährigen Weltfrauentag dem revolutionären Kampf der Frauen in Rojava zu widmen und sich an den bundesweiten Demonstrationen aktiv zu beteiligen.