Archiv für April 2015

Aufruf der YXK zum 1. Mai: Arbeiter*Innen aller Länder, vereinigt euch!

Erklärung der YXK zum 1. Mai – Arbeiter*Innen aller Länder, vereinigt euch! (Flugblatt zum Verteilen im Anhang)

Der erste Mai ist der internationale Kampftag der Arbeiter*Innenklasse und geht zurück auf mehrtägige Streiks von Arbeiter*Innen in den USA (1886), die sich für die Durchsetzung einer gerechten Arbeitszeit einsetzten. Sie erkämpften sich die Abschaffung der täglichen Arbeitszeit von zwölf Stunden und forderten diese auf acht Stunden zu reduzieren. Bei dem Protest für menschenwürdige Arbeitsbedingungen sind zahlreiche Menschen erschossen worden.

„Man kann nicht ewig wie ein Stück Vieh leben!“ (August Spies)

Die internationale Arbeiter*Innenbewegung vereint das Bewusstsein, zur politisch unterdrückten und kapitalistisch ausgebeuteten sozialen Klasse zu gehören. Weltweit werden Arbeiter*Innen in der kapitalistischen Gesellschaftsordnung ausgebeutet, entrechtet und unterdrückt. Es sind die Grundprinzipien der kapitalistischen Wirtschaftsordnung, die für die hohe Armutslage von Menschen in allen Teilen dieser Welt verantwortlich sind. Ein Wirtschaftssystem, das auf Profitmaximierung und Konkurrenz aufgebaut ist, um selbst überleben zu können, ist der Grundbaustein von Armut und zahlreichen Kriegen, die insbesondere diejenigen Menschen treffen, die nicht zur „abendländischen“ Kultur gehören. Erst kürzlich sind erneut zahlreiche Flüchtlinge im Mittelmeer ertrunken, da das westlich-kapitalistische System in ihren Heimatländern Zerstörung, Gewalt, Krieg, Armut und Ausbeutung verursacht hat. Diese Menschen, die auf der Suche nach einem menschenwürdigen Leben sind, sind der europäischen Abschottungspolitik zum Opfer gefallen. Schätzungen zufolge ermordete Europa allein im Jahr 2015 1720 Flüchtlinge an ihren Grenzen. Die rigiden Kontrollen und Gewaltanwendungen an Flüchtlingen, an den europäischen Außengrenzen aber auch innerhalb bundesdeutscher Grenzen, sind ein Produkt des Kapitalismus, das geflüchtete Menschen auf ihre ökonomische Verwertbarkeit beschränkt. Doch Menschen sind kein Humankapital!

Kapitalismus überwinden – Alternative aufbauen!

Der Kapitalismus zeigt überall auf der Welt immer dreister sein wahres Gesicht. Phänomene, die der kapitalistischen Moderne inne wohnen, wie Krieg und Krise, Ausbeutung und Unterdrückung, Zerstörung sozialer Sicherungssysteme und der Umwelt, faschistische und rassistische Mobilmachung, machen sich immer wieder bemerkbar.

Auch die Menschen in der BRD bekommen die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich zu spüren. Wir schauen einer unsicheren Zukunft entgegen: das Renteneintrittsalter wird angehoben, Leistungskürzungen werden weiterhin vorangetrieben, Privatisierungen und prekäre Beschäftigungsverhältnisse nehmen zu.

Das kapitalistische System festigt seine Herrschaft vorrangig über die Macht auf unser Bewusstsein. Während die Kluft zwischen den Reichen und Armen innerhalb der westlichen Zivilisation wächst und die kapitalistische Profitgier auf der ganzen Welt zu Kriegen, sozialen Krisen, Hunger, Armut und die Vernichtung natürlicher Lebensquellen führt, scheinen die Menschen in Europa, blind und taub gestellt, zufrieden mit ihrer Lage zu sein. Grund dafür ist, dass die Gesellschaft ihrer ethischen Werte und ihres politischen Bewusstseins beraubt wurde. Durch einen Individualismus, der jegliche gesellschaftliche Verantwortung ablehnt – das Gegenteil einer freiheitlichen Individualität – werden die Menschen daran gewöhnt, ihre Herzen dem Leid ihrer Mitmenschen und allen ausgebeuteten Lebewesen zu verschließen.

Als die kurdische Bewegung aus der Studierendenbewegung zu einer Arbeiter*Innenbewegung heranwuchs, organisierte sie in der Türkei Arbeiter*Innen in Gewerkschaften zum Widerstand und prägte die Protestaktionen am 1. Mai maßgeblich. Dabei organisierte sie in den vom türkischen Staat bewusst vernachlässigten Teilen Nordkurdistans ein alternatives und nachhaltiges Gesellschaftsmodell (demokratische Moderne), welches sich heute in Rojava als Alternative zur kapitalistischen Moderne durchgesetzt hat.

In Rojava gestaltet sich das Leben nach dem Prinzip „Je mehr Gesellschaft, desto weniger Staat“. Nach dem Modell des Demokratischen Konföderalismus wurden Strukturen der Selbstorganisierung der Bevölkerung in Kommunen aufgebaut. Dabei wird jede Bevölkerungsgruppe in Räten organisiert und von einer geschlechterquotierten Doppelspitze vertreten. Ein weiteres wichtiges Merkmal des Rojava Modells ist das alternative Wirtschaften, welche auch als kollektive, kommunale und ökonomische Modelle bezeichnet werden. Dabei wird der Aufbau von Kooperativen gefördert, um eine Ökonomie zum Dienste der Bevölkerung und nicht zur maßlosen Profitmaximierung zu ermöglichen. Die Revolution in Rojava beruht auf der Überwindung des Kapitalismus und stellt eine Alternative zur kapitalistischen Moderne dar! Es ist der Beginn eines freien Lebens, fernab der kapitalistischen Gesellschaftsordnung!

Auch in Nordkurdistan schreitet der Aufbau der demokratischen Autonomie voran. Während der türkische Staat in eine Dialogphase hineingezwungen wurde und die Waffen zum Teil bis heute geschwiegen haben, konnte die Gesellschaft in der Phase ihre alternativen Projekte festigen und neue erschaffen. Staatliche Einflüsse werden dadurch immer schwächer. Auch in Nordkurdistan wird der Kapitalismus und seine Nationalstaatlichkeit überwunden werden!

Als YXK – Verband der Studierenden aus Kurdistan beschlossen wir innerhalb unseres Zwischenkongress auf der Grundlage unserer Diskussionen und der Perspektive, welche wir entwickelt haben, frei nach dem Zitat des kurdischen Volksrepräsentanten Abdullah Öcalan „Denn auf den Sozialismus zu bestehen bedeutet auf das Menschsein zu bestehen“ unsere Arbeiten und die anstehende Phase fortzuführen. Das Beharren und der Glaube an die Menschlichkeit ist es, welches unsere Genoss*Innen in Kobanê, Shengal und allen Teilen Kurdistans die Kraft gibt, gegen jegliche Unterdrückung Widerstand zu leisten und Erfolg zu haben. Das Paradigma, der demokratischen, ökologischen und geschlechterbefreiten Gesellschaft der kurdischen Freiheitsbewegung ist gegen alle Versuche der kapitalistischen Moderne dennoch das Beharren auf eine demokratische, sozialistische Gesellschaft. Es ist der Aufbau eines alternativen Lebens!

Wir, die YXK – Verband der Studierenden aus Kurdistan rufen deshalb dazu auf, am 1. Mai gegen die kapitalistische Moderne und für eine demokratische, ökologische und geschlechterbefreite Gesellschaft zu demonstrieren. Wir rufen dazu auf, sich in den Städten, in denen Rechte und Neofaschist*Innen ihre rassistischen und hetzerischen Parolen verbreiten wollen, ihnen in den Weg zu stellen! Es gilt der rassistischen und sozialchauvinistischen Hetze unsere internationale Solidarität entgegenzusetzen!

Es lebe der Kampf der Freiheitskämpfer*Innen auf der Welt! Es lebe die Revolution in Rojava!

Es lebe der 1. Mai – Bijî Yek Gulan!

P.S. Im Anhang ist ein Flugblatt, der auf diversen Veranstaltungen verteilt werden kann. Er ist ein gemeinsamer Flugblatt der Interventionistischen Linken-IL und der YXK zusammen und greift die Kundigüng des Kontos der Initiative „Solidarität mit Rojava“ durch die Sparkasse Saarbrücken

Erklärung der YXK zum 100. Jahrestag des Beginns des armenischen Genozids:

Aghet – Die Verleugnung bleibt ein Verbrechen

Es ist 100 Jahre her, seitdem der Völkermord an den ArmenierInnen durch das Osmanische Reiche begann. Dieser Schmerz ist unter den ArmenierInnen zu einem Teil der armenischen Identität geworden. Auch heute wird vom „Aghet“ (Katastrophe) gesprochen. Aghet stellt einen tiefschwarzen Fleck in der Geschichte der Völker des Mittleren Ostens dar, der bis heute seitens des türkischen und des deutschen Staates verleugnet wird. Das erste Genozid am Anfang des 20. Jahrhunderts sorgt noch immer für viele Diskussionen zwischen den ArmenierInnen, HistorikerInnen und der türkischen Regierung – die Fakten sprechen allerdings für sich.

Die Jungtürken wollten ab Anfang 1900 durch eine Oppositions-bewegung das Osmanische Reich zu einem Nationalstaat unter türkischer Führung reformieren. Während des Ersten Weltkriegs (1914 – 1918) wurde das Massaker an den ArmenierInnen vollzogen. Die Deportation entpuppt sich als geplanter Todesmarsch. Die Reise Richtung Aleppo forderte mehr als 1,5 Millionen ArmenierInnen das Leben, die aufgrund von Hunger, Seuchen und Angriffen durch osmanische Soldaten zu Grunde gingen. Überlebende Männer wurden einfach erschossen. Frauen wurden vergewaltigt und anschließend umgebracht. Diese Sachen ereigneten sich während des Vorrückens der russischen Truppen auf dem Territorium des Osmanischen Reiches, was als Vorwand der Jungtürken für diese Gräueltaten verwendet wurde – ArmenierInnen hätten wohl russische Truppen unterstützt.

Hundert Jahre und kein bisschen Eingeständnis

Selbst heute noch vermitteln türkischen Schulbücher den SchülerInnen, dass ArmenierInnen in Anatolien TürkInnen massakriert hätten. Durch diese Illusion wird die türkische Bevölkerung in die Opferrolle gedrängt. Als ob das nicht reiche wird Beispieslsweise in Istanbul eine Grundschule nach Talat Pascha benannt. Talat Pascha war der Innenminister des Osmanischen Reiches. Als Führer der Jungtürken war er einer der Leitfiguren im armenischen Genozid. Dafür wird er, wie viele andere auch, heute noch staatlich geehrt.

Die Führer der Jungtürken hatten Verbündete, die ihnen bei der Massenvernichtung halfen. Für dieses Massaker wurden spezielle Mordbanden zusammengestellt, die unter anderem auch aus Angehörigen kurdischer Stämme bestanden (sog. Hamidiye Regimente). Einige kurdische Stammesherren erhofften sich durch die Vertreibung und Vernichtung ihre armenischen Nachbarn mehr Reichtum. Auch die Rolle des Deutschen Reiches beim armenischen Genozid war nicht zu unterschätzen. Das Osmanische und Deutsche Reich waren in einer Kriegsallianz.

Während des Genozides befanden sich viele deutsche Soldaten im Osmanischen Reich und wurden Augenzeugen dieser Gräueltaten. Das deutsche Kaiserreich wusste gut über die Geschehnisse im Osmanischen Reich bescheid. „Wer redet heute noch von der Ausrottung der Armenier?“, fragte Adolf Hitler kurz vor dem Einmarsch in Polen. Dies zeigt uns, dass der armenische Genozid schon damals weitgehend bekannt war, und fanatischen Nationalisten wie Hitler auch als Vorbild diente. Den meisten Menschen ist jedoch nicht bewusst, dass sich viele deutsche Soldaten an diesem Genozid direkt oder indirekt beteiligt haben. Beispielsweise stammen die Deportationspläne von Colmar Freiherr von der Goltz, der ab 1883 als Militärausbilder und Organisator im Osmanischen Reich tätig war. Er hatte sogar den Spitznamen „Goltz – Pascha“. Trotz dessen setzt sich die Bundesrepublik nicht mit ihrer Rolle im armenischen Genozid auseinander. Die Debatte um die Bezeichnung des „Genozides“ als solches zeigt, dass es heute wie damals, starke Kräfte im deutschen Staat gibt, die sich mit der nationalistischen Doktrin des türkischen Staates verbunden fühlen.

Auch der türkische Staat hat sich bis heute, mit Rückendeckung aus dem Westen, nicht mit seiner dunklen Vergangenheit auseinandergesetzt. Jegliche Diskussionen über den Völkermord werden unterbunden, beschimpft und sogar mit Gewalt verhindert. 1,5 Millionen ArmenierInnen, die ihr Leben verloren haben, reicht Erdogan nicht aus, um diesen Völkermord anzuerkennen. Wer dennoch darüber spricht wird sogar gesetzlich wegen Volksverhetzung verfolgt.

Genozide zeigen uns, welche ausbeuterischen und unmenschlichen Züge faschistischen Ideologien annehmen. Gerade der an ArmenierInnen ist eines der brutalsten die bisher in der Geschichte geschehen sind. Die Angst der türkischen Führer, dass die ArmenierInnen den Feind, Russland unterstützen könnten, war Anlass genug um die erste Massenvernichtung des 20. Jh. durchzuführen. Zum Erhalt des Osmanischen Reiches sei dies notwendig gewesen. Durch ein gemeinsames Feindbild um die „türkische“ Identität sollte das Osmanische Reich aufrecht erhalten und damit die „Einheit des Volkes“ geschützt werden. Im Bild der Jungtürken, die eine homogene Masse anstrebten, fanden andere Ethnien keinen Platz.

Das Osmanische Reich hat nicht überlebt. Der türkische Staat wurde jedoch auf dem selben Feindbild und der selben faschistoiden Ideologie aufgebaut. Somit ist der „moderne“ türkische Nationalstaat zu einem erheblichen Teil Ergebnis einer genozidial verlaufenden Gründung. Diese faschistische Ideologie wiederholte sich in der Geschichte der Türkei und spiegelt sich noch immer in der nahen Vergangenheit und der Gegenwart, beispielsweise an den Massakern an AlevitInnen und KurdInnen – Dersim, Kocgiri, Maras und Sivas – wieder. Der Grund, warum der türkische Staat sich weigert, den Genozid anzuerkennen liegt also darin, weil dann seine Fundamente erschüttert werden. Die „türkische Identität“, die seit 100 Jahren in Schulen und Universitäten hochgeprießen wird, würde sich als eine enttarnen, die auf Mord und Assimilation aufbaut.

Dieses nationalistische Gedankengut hat sich auf subtile Weise größtenteils bis zur heutigen Zeit fest erhalten. Es verhindert jegliche Aufklärung oder Solidarität und kann nur umgestoßen werden, wenn die Geschichte aufgeholt und das Leid aller Völker der Region anerkannt wird. Menschen, die sich dennoch damit auseinandersetzen werden verfolgt und sogar getötet – Hrant Dink.

Deshalb fordern wir: Die Kultur der Verleugnung muss gestoppt werden. Kein Volk soll unter der Machtlogik von Staaten und dessen stumpfem Nationalismus leiden. Kein Mensch verdient den Tod auf Grund seiner ethnischen oder religiösen Zugehörigkeit. Verbrechen ist Verbrechen und Verbrechen zu relativieren ist wieder ein Verbrechen. Nur die Anerkennung der Schuld kann dem Nationalismus ein Ende bereiten. Nur so schaffen wir eine Voraussetzung für ein demokratisches Miteinander. Denn die Auseinandersetzung mit der blutigen Vergangenheit bedeutet gleichzeitig die nationalistische Identität, die sich gegen jegliche Minderheiten richtet, zu verwerfen.

Unsere Aufgabe soll es sein, den armenischen Genozid nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Faschismus und Nationalismus findet in unserem Weltbild keinen Platz.

Wir werden Aghet nicht vergessen. Hoch die Internationale Solidarität.

YXK – Verband der Studierenden aus Kurdistan e.V., 21. April 2015

23.04.2015: Vortrag „Die Geschichte der KurdInnen in Deutschland“

Wann kamen die ersten KurdInnen nach Deutschland und was waren ihre Gründe?

Zekî Özmen wird am 23.04.2015 einen Vortrag über die Geschichte der KurdInnen in Deutschland halten. Hierzu wird er anhand wichtiger Ereignisse, von dem Zuzug der Gastarbeiter über die politischen Flucht der 90er Jahre bis zur Familienzusammenführung in der Gegenwart, die Einwanderung der KurdInnen in Deutschland thematisieren.

Daneben wird er aufzeigen welchen Einfluss kurdische Exilmusiker an der Weiterentwicklung der kurdischen Musik haben und verschiedene kurdische Institute in Deutschland die kurdische Gesellschaft in Deutschland und Kurdistan beeinflussen. Des Weiteren wird er auf die Bildung innerhalb der kurdischen Gesellschaft in Deutschland eingehen, welche immer stärker an Einfluss gewinnt.

Für alle die, sich in die Thematik vertiefen wollen sei hier noch einmal auf sein 2010 auf Kurdisch erschienen Buch „Kurdên Almanyayê“ hingewiesen, an welchem sich der Vortrag orientieren wird.

Datum:23.04.2015
Uhrzeit: 20:00 Uhr
Ort: Hörsaal +1/0030, Hörsaalgebäude, Biegenstraße 14, Marburg

YXK MarburgVerband der Studierenden aus Kurdistan e.V. (YXK)

25.04.2015: Delil-Ates-Gedenkfeier in Kassel

Liebe GenossenInnen,

wie jedes Jahr möchten wir uns zusammenfinden um an unseren gefallenen Heval (Freund) Delil Ates zu gedenken. Die diesjährige Veranstaltung findet am 25.04.2015 in Kassel statt, doch dieses Jahr wird einiges anders ablaufen als wie gewohnt:

Statt ein Fußballturnier zu veranstalten haben wir uns dazu entschieden mit einer großen Feier unseren Freund und Genossen zu gedenken.

Wir möchten eines nicht vergessen: es gibt tausende Menschen wie Delil Ates, die ihr Leben im Kampf für die Freiheitsbewegung gelassen haben. Genauso wie ihm eine Gedenkfeier gebührt, so gebührt es auch allen anderen KämpferInnen und HeldenInnen, deren Namen und Geschichten nicht so sehr bekannt sind.

Insbesondere möchten wir deshalb die diesjährige Gedenkfeier den vor kurzem in Rojava gefallenen Freunden Ivana Hoffman (Avaşin Tekoşin Güneş) und Harun Özmen (Devran Amed) widmen. Die 19 Jährige Freundin Ivana Hoffman, geboren und aufgewachsen in Deutschland mit afrikanischen Wurzeln, war Mitglied bei der MLKP und kämpfte zusammen mit der YPJ in Til Temir, wo sie durch eine Offensive des IS am 07.03.15 gefallen ist. Sie war Mitglied von Young Struggle und als solches auf vielen Demos und Veranstaltungen der Freiheitsbewegung in Deutschland und Europa anwesend, u.a. auf der Hüseyin Celebi Literaturpreisverleihung 2013 in Köln.

Am 15.02.15 ist der Freund Harun Özmen / Devran Amed in Rojava gefallen. Er hat unsere Newrozdelegation letztes Jahr betreut und ist anderthalb Wochen mit uns durch Nordkurdistan (Dersim/Wan-Route) gereist. Bei den Auseinandersetzungen an der Dicle Universität in Amed hatte er an mehreren Aktionen (Kundgebungen, Presseerklärungen etc.) teilgenommen und dafür ein Gerichtsverfahren bekommen. Seine Beerdigung im Norden wurde von der Polizei angegriffen. Er wurde mit einer Gefolgschaft von hunderten Menschen in Mersin beigesetzt.

Wir sind fest entschlossen, den Verlust all dieser wertvollen GenossenInnen damit zu würdigen, nicht indem wir trauern, sondern indem wir ihren Kampf mit unserer Arbeit und Verbundenheit fortführen und den Druck erhöhen. Mit dem Versprechen sie niemals zu vergessen sagen wir:

„Şehid na mirin!“

Alle diese Gründe haben uns dazu veranlasst, dieses Jahr eine große Veranstaltung zu organisieren. Es werden unterschiedlichste Sänger und Musikgruppen auftreten, unsere eigene Folklore Gruppe wird traditionelle Tänze vorführen und unsere Theatergruppe wird ein Stück aufführen.

Wir laden euch recht herzlich ein zur „Delil Ates“ Gedenkfeier nach Kassel zu kommen! Bringt alle eure Bekannten und Freunde mit. Auf eine gemeinsame Feier!

Solidarische Grüße

YXK Kassel