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25.04.2015: Delil-Ates-Gedenkfeier in Kassel

Liebe GenossenInnen,

wie jedes Jahr möchten wir uns zusammenfinden um an unseren gefallenen Heval (Freund) Delil Ates zu gedenken. Die diesjährige Veranstaltung findet am 25.04.2015 in Kassel statt, doch dieses Jahr wird einiges anders ablaufen als wie gewohnt:

Statt ein Fußballturnier zu veranstalten haben wir uns dazu entschieden mit einer großen Feier unseren Freund und Genossen zu gedenken.

Wir möchten eines nicht vergessen: es gibt tausende Menschen wie Delil Ates, die ihr Leben im Kampf für die Freiheitsbewegung gelassen haben. Genauso wie ihm eine Gedenkfeier gebührt, so gebührt es auch allen anderen KämpferInnen und HeldenInnen, deren Namen und Geschichten nicht so sehr bekannt sind.

Insbesondere möchten wir deshalb die diesjährige Gedenkfeier den vor kurzem in Rojava gefallenen Freunden Ivana Hoffman (Avaşin Tekoşin Güneş) und Harun Özmen (Devran Amed) widmen. Die 19 Jährige Freundin Ivana Hoffman, geboren und aufgewachsen in Deutschland mit afrikanischen Wurzeln, war Mitglied bei der MLKP und kämpfte zusammen mit der YPJ in Til Temir, wo sie durch eine Offensive des IS am 07.03.15 gefallen ist. Sie war Mitglied von Young Struggle und als solches auf vielen Demos und Veranstaltungen der Freiheitsbewegung in Deutschland und Europa anwesend, u.a. auf der Hüseyin Celebi Literaturpreisverleihung 2013 in Köln.

Am 15.02.15 ist der Freund Harun Özmen / Devran Amed in Rojava gefallen. Er hat unsere Newrozdelegation letztes Jahr betreut und ist anderthalb Wochen mit uns durch Nordkurdistan (Dersim/Wan-Route) gereist. Bei den Auseinandersetzungen an der Dicle Universität in Amed hatte er an mehreren Aktionen (Kundgebungen, Presseerklärungen etc.) teilgenommen und dafür ein Gerichtsverfahren bekommen. Seine Beerdigung im Norden wurde von der Polizei angegriffen. Er wurde mit einer Gefolgschaft von hunderten Menschen in Mersin beigesetzt.

Wir sind fest entschlossen, den Verlust all dieser wertvollen GenossenInnen damit zu würdigen, nicht indem wir trauern, sondern indem wir ihren Kampf mit unserer Arbeit und Verbundenheit fortführen und den Druck erhöhen. Mit dem Versprechen sie niemals zu vergessen sagen wir:

„Şehid na mirin!“

Alle diese Gründe haben uns dazu veranlasst, dieses Jahr eine große Veranstaltung zu organisieren. Es werden unterschiedlichste Sänger und Musikgruppen auftreten, unsere eigene Folklore Gruppe wird traditionelle Tänze vorführen und unsere Theatergruppe wird ein Stück aufführen.

Wir laden euch recht herzlich ein zur „Delil Ates“ Gedenkfeier nach Kassel zu kommen! Bringt alle eure Bekannten und Freunde mit. Auf eine gemeinsame Feier!

Solidarische Grüße

YXK Kassel

Ronahî Nr. 41 ist erschienen und erstmals an der Newroz-Feier am 21. März in Bonn erhältlich

Liebe FreundInnen,

die Arbeiten zur 41. Ausgabe der– Verbandszeitschrift der YXK – wurden beendet. Die Ronahî wird erstmals am 21. März an der zentralen Newroz-Feier an unserem Stand erhältlich sein. Die Themenrubriken umfassen unsere Verbandsarbeiten, Politik und Gesellschaft, Kultur und Kurdisch Lernen. Interessierte können sie bei uns unter
ronahi@yxkonline.de bestellen oder bei den Ortsgruppen der YXK anfragen.

Um einen ersten Vorgeschmack für die Zeitschrift zu geben, veröffentlichen wir im Folgenden einen Artikel der Zeitschrift online.

21.03.2015: Bundesweite Newrozfeier in Bonn

Busabfahrtzeiten für Stadtallendorf/ Marburg/ Gießen/ Lollar/ Wetzlar:
STADTALLENDORF/ Hauptbahnhof: 07:00 Uhr
MARBURG/ Zoll: 07:30 Uhr
GIESSEN/ Nordanlage: 07:00 Uhr
LOLLAR/ Edeka: 07:00 Uhr
WETZLAR/ Magdalenenhäuser Weg: 07:00 Uhr
WETZLAR/ Busbahnhof: 07:30 Uhr

Falls Interesse für eine Mitfahrt besteht könnt ihr euch gerne bei uns melden.

Ivana Hoffmann verkörpert den Widerstandsgeist aller Völker in Rojava!

„Ich kann die schönsten Farben nicht mehr auseinander halten, den Wind der Stadt spüre ich nicht mehr auf meiner Haut, das Singen der Vögel hört sich stärker nach dem Ruf der Freiheit an. Ich habe einen Entschluss gefasst, ich habe Tage und Nächte mit den Gedanken in meinem Kopf gelebt und heute ist der Tag, an dem ich mit meinem Willen, der so stark ist wie die Strömung des Flusses Dîcle-Firat,den Schritt gehen werden.“

Zeilen aus dem letzten Brief, den Ivana Hoffmann schrieb, bevor sie nach Rojava ging, um gegen die Terrormiliz IS zu kämpfen. Sie ging, weil sie „ein Teil der Revolution in Rojava sein wollte.“

Wir als YXK-Verband der Studierenden aus Kurdistan gedenken mit großem Respekt der internationalistischen Frauenkämpferin Ivana Hoffmann (Avaşin Tekoşin Güneş), die in den Reihen der MLKP (Marxistisch-Leninistischen Kommunistischen Partei) für die Verteidigung der Errungenschaften der Revolution in Rojava kämpfte.

Ivana Hoffmanns Überzeugung und Stärke führte sie vom antifaschistischen Engagement in ihrer Heimatstadt Duisburg bis nach Kurdistan, wo sie am 7.März 2015 im Kampf um die Befreiung der Stadt Kobanê gegen den faschistischen IS unsterblich wurde.

Sie verteidigte die Frauenrevolution in Rovaja und führte einen tapferen Widerstand. Wie ihre Mitstreiterin Arîn Mirkan ist Ivana Hoffmann zum Symbol der kämpfenden Frau in Rojava geworden.

„Wenn ich zurück komme, werde ich meine Genossen, mein Umfeld mit dem Kampfgeist und der Willenskraft anstecken, ich werde wie die schönsten Lieder sein und jeden in meinen Bann ziehen. Ich werde eine Guerilla voller Nächstenliebe und Hoffnung.“

Nun ist Ivana Hoffmann als heldenhafte Guerilla zurück, ihr revolutionärer Widerstand lässt sich überall spüren – ihr Kampfgeist hat sich in den Strömungen des Flusses Dîcle-Firat niedergeschlagen und prallt gegen die Felsen, die Vögel zwitschern nun ihre Liebe zur Freiheit und ihr Lachen schallt wie ein Echo von den Wänden wieder.

Unsere Aufgabe ist es, Ivana Hoffmanns Kampf um die Freiheit und Menschlichkeit fortzusetzen und ihren revolutionären Kampf auf die Straße zu bringen

Wir als YXK- Verband der Studierenden aus Kurdistan rufen dazu auf, an der europaweiten Demonstration für Ivana Hoffmann in Duisburg und der anschließenden Beerdigung teilzunehmen

Ivana Hoffmann wird in unseren Herzen und in unseren Kämpfen weiterleben!

Şehit Namirin! – Ivana Hoffmann ist unsterblich!

YXK-Verband der Studierenden aus Kurdistan

Die Revolution in Rojava ist die Revolution der Frau – Aufruf zum Weltfrauentag!

Erklärung der YXK-Jin zum 8. März

Der Weltfrauentag steht für gesellschaftliche, rechtliche, politische und wirtschaftliche Gleichstellung, ein selbstbestimmtes Leben der Frau, für das Recht auf körperliche Integrität sowie sexuelle Unabhängigkeit – gegen Sexismus, Patriarchat und eine systematische Ausbeutung von Frauen. Der erste Weltfrauentag fand am 19. März 1911 in Dänemark, Deutschland, Österreich-Ungarn und der Schweiz statt. Mehr als eine Millionen Frauen demonstrierten auf der Straße, um ihrer Forderung „Heraus mit dem Frauenwahlrecht“ Nachdruck zu verleihen. Zu Ehren der Rolle der Frau in der Februarrevolution wurde 1921 der 8. März als internationaler Gedenktag eingeführt. Auch über hundert Jahre später sind viele Forderungen weiterhin aktuell.

Wichtige Vorreiterinnen der Frauenbefreiung in Kurdistan sind Sakine Cansiz, Leyla Saylemez, Fidan Dogan und Arîn Mirkan: Sie alle verbindet der kämpferische Widerstand gegen das Patriarchat und die Vision einer geschlechterbefreiten Gesellschaft. Sakine ist das Symbol der kurdischen Frauenbewegung. Sie verkörpert den Willen und die Liebe zur Freiheit. Trotz all der Repressalien und Folter, die sie von staatlicher Seite erfuhr, führte sie stets erbitterten Widerstand. Auch Arîn Mirkan ist ein Sinnbild der kämpfenden Frau aus Rojava.

All diese Frauen sind die treibenden Kraft einer Revolution, die nun durch die YPJ Kämpferinnen weitergeführt wird. So zeigten die Medien im letzten Jahr vermehrt lachende Frauen in Uniform, die mit Überzeugung und Stärke gegen den Islamischen Staat in Rojava kämpfen. Denn diese starken Frauen riskieren ihr Leben, um die Visionen von Sakine Cansiz und Arîn Mirkan fortzusetzen. So war das Jahr 2014 das Jahr der starken Frau.

Die Revolution der Kämpferinnen der YPJ zeigt eine bedeutende Perspektive der Emanzipation der Frau auf. Sie ist die Selbstbefreiung von alten Rollenbildern und jahrelanger Unterdrückung und Ausbeutung. Die YPJ stellen eine eminente Gegenkraft gegen das patriarchale Herrschaftssystem dar, die wesentlich für die Vernichtung der Würde der Frau ist.

Der Aufbau einer basisdemokratischen Gesellschaft in Rojava kann mit der klassischen Rollenverteilung nicht realisiert werden, es ist gar hinderlich. Denn Basisdemokratie ist das System, indem die Selbstorganisierung des Volkes im Vordergrund steht. Das umfasst die autonome Bildung von Räten, so dass sich jedes Individuum einbringen und an Entscheidungen partizipieren kann. Um eine pluralistische Partizipation zu ermöglichen, fordert dieses System Gleichberechtigung auf allen Ebenen. Dies beinhaltet sowohl eine Gleichberechtigung der verschiedenen Ethnien als auch eine Gleichberechtigung der Geschlechter.

Die Eigenständigkeit und Selbstbestimmung der Frau hat folglich eine essentielle Bedeutsamkeit. Mit dieser Leitidee entstanden von Frauen organisierte Frauenräte, Frauenkomitees und Frauenzentren. Die Frauenräte, ein beschlussfassendes Gremium aller Frauen, vertreten die politischen Interessen der Frauen und fördern somit einen progressiven Aufbau einer demokratisch-ökologischen sowie einer geschlechterbefreiten Gesellschaft. All diese Institutionen stärken die Unabhängigkeit der Frau und binden sie aktiv in die Gesellschaft und die Politik ein. Frauen werden zunehmend mobilisiert, gestärkt und erhalten eine gleichberechtigte Position in der Gesellschaft. Bildung und Aufklärung in Themen wie dem demokratischen Konföderalismus, Selbstverteidigung, Jineolojî, Geschichte der Frau, Sexismus und Frauenrechte sind wichtige Grundlagen für das Entwickeln des freien Bewusstseins der Frau. Hierbei ist ebenfalls von Bedeutung, dass Frauen in die kurdischen Sprache gelehrt werden, da die Alphabetisierung unabdingbar für die politische Partizipation ist.

Unverkennbar ist: Die Befreiung der Frau ist ein Maßstab für die Befreiung und Demokratisierung der Gesellschaft. Feminizide, Sexismus und Ausbeutung in jeglicher Form können nur bekämpft werden, wenn Frauen sich selbst organisieren.

Anfang des 20. Jahrhunderts demonstrierten Frauen auf der Straße, um ihre Forderung „Heraus mit dem Frauenwahlrecht“ Nachdruck zu verleihen. Und heute kämpfen Frauen in Rojava aus eigener Kraft für eine geschlechterbefreite Gesellschaft und zeigen darin wahre Stärke. Diese Stärke macht die YPJ zu Vorbildern für alle Frauen dieser Welt.

Wir als YXK Jin – autonomer Frauenflügel des Verbandes der Studierenden aus Kurdistan rufen daher anlässlich des 8. März alle Frauen dazu auf den diesjährigen Weltfrauentag dem revolutionären Kampf der Frauen in Rojava zu widmen und sich an den bundesweiten Demonstrationen aktiv zu beteiligen.

Ein Ende der Hinrichtungen im Iran!

Am Donnerstag, den 19.Februar 2015 wurde der erst 20 – jährige Saman Naseem, der mit 17 Jahren verhaftet wurde, gemeinsam mit den Efsari Brüdern, Ali und Habibullah im Zentralgefängnis von Urmia hingerichtet. Bis vor wenigen Monaten protestierten sie mit weiteren 26 politischen Gefangenen noch in Form eines Hungerstreiks gegen die Haftbedingungen, Folter, Misshandlungen und auch das politische Gefangene sich in einer Zelle mit Gefangenen aufhalten müssen, die aus anderen Gründen inhaftiert sind. Trotz des schlechten Gesundheitszustandes wurde ihnen jegliche medizinische Versorgung verwehrt. Der Hungerstreik wurde nach 33 Tagen erfolgreich beendet.

Die ihnen vorgeworfenen Straftaten belaufen sich auf die Mitgliedschaft, der im Iran verbotenen Partei PJAK (Partei für ein freies Leben in Kurdistan) und die damit verbundenen Vergehen wie „Feindseligkeit gegenüber Gott“ (moharebeh), „unverschämtes Verhalten“ (ifsad fil-arz) und dem bewaffneten Widerstand dem Staat gegenüber. Es wurde ein Brief von Saman Naseem veröffentlicht, welchen er im Gefängnis verfasste. Saman Naseem schrieb dort nieder, dass er zur Zeit der Verhaftung 17 Jahre alt war. Er durfte weder Kontakt zu seiner Familie aufnehmen noch mit seinem Anwalt sprechen. Die Humilitation während der Haft spitzt sich zu: Es folgten Foltermethoden wie das Rausreißen der Hand – und Fußnägel, schwere Prügel mit daraus entstehenden Wunden an Rücken, Beinen, Bauch und stundenlanges Hängen mit dem Kopf abwärts. 97 Tage lang dauerte diese Art der Folter an. Sein Körper war entstellt durch die Misshandlungen.

Sie haben alles versucht um von ihm ein Eigengeständnis zu erhalten. Nach einem gewissen Zeitraum hatte ein iranischer Staatssender seine Bitte erhört und er wurde daraufhin angeblich freigelassen. Jedoch war das Ganze eine Lüge und ein Szenario für die Öffentlichkeit. Nachdem die Nachricht, dass ein Minderjähriger inhaftiert war und bei ihm die Todesstrafe vollzogen werden soll, in die Öffentlichkeit gelang, wurde eine weltweite Unterschriftenkampagne seitens kurdischer Organisationen gestartet. Trotz all der Bemühungen vieler MenschenrechtsaktivistInnen und Druck der kurdischen Seite kam es am 19.02.2015 zur Hinrichtung von Saman Naseem, Ali und Habibullah Efsari.

Hinrichtungswellen gegen politische Gefangene, Minderheiten, politisch oppositionelle Gruppierungen, JournalistInnen und MenschrechtsaktivistInnen gehören zu einem festen Bestandteil des iranischen Systems. Diese dienen der Abschreckung der Menschen um jede Art von Systemkritik und Nonkonformität zu verhindern und jegliche fortschrittlich-demokratische Kraft im Keim zu ersticken. Im Fokus dieser Repressalie stehen -zusammen mit anderen Minderheiten- die KurdInnen:

Im Iran gibt es circa 10 Millionen KurdInnen, die in den Provinzen West-Aserbaidschan, Kurdistan,Khorasan, Gilan, Qazwin, Erdebil, Ilam und Kermanshah leben. Die KurdInnen, die mehrheitlich dem sunnitischen Glauben und teilweise der Religionsgruppe Ahl-e Haqq angehören, stellen eine religiöse Minderheit dar und sind auch daher im Iran einer Assimilations- und Unterdrückungspolitik ausgesetzt. Allein seit 2007 wurden insgesamt 15 kurdische politische Gefangene hingerichtet.

Als Antwort auf über die seit Jahren fragwürdige und menschenunwürdige Politik des iranischen Regimes, hellen Stimmen von zahlreichen Menschenrechtsorganisationen immer wieder auf. Auch die KCK kritisierte die bestialische Politik Irans und rief alle 4 Teile Kurdistan auf, dagegen die Stimme zu erheben. Zudem müsse der Iran die kurdische Frage auf politisch-demokratischem Wege lösen. Doch in diesen Apellen sieht die Regierung keinerlei Anlässe für eine politische Umstrukturierung in Richtung einer demokratisch und den heutigen Menschenrechten gerecht werdenden Judikatur. Auch die Tatsache, dass Iran eine Heimat für multikulturelle Minderheiten wie BelutschInnen, KurdInnen, AserbaidschanerInnen und PaschtunInnen bietet, ändert nichts an dem dogmatischen System.

Der Mullah-Staat gehört immer noch zu einem der am meisten Exekutionen durchführenden Staaten.

Die Todesstrafe verstößt gegen das Recht auf Leben und Freiheit der Person. Drüber hinaus symbolisiert sie die starre Meinungsunterdrückung und einen strengen Konformitätsdrang.Diese Abschreckungen verhindern das Ausleben der eigenen Kultur. So sind auch keine Verbesserungen der Lebensumstände der KurdInnen und die Lösung der kurdischen Frage zu sehen.

Wir als Verband der Studierenden aus Kurdistan – YXK verabscheuen diese Gräueltaten und Exekutionen des iranischen Regimes. Hinrichtungen sowohl von Minderjährigen als auch von erwachsenen Menschen müssen ein Ende finden!

22.02.2015

Vergewaltigt und verbrannt – Frauenverachtende AKP Politik ist mitverantwortlich für den bestialischen Mord an Özgecan Aslan

Erklärung der YXK-Jin

Am 14. Februar 2015 wurde der Leichnam der zuvor vermissten Psychologiestudentin Özgecan Aslan gefunden. Sie wurde vergewaltigt, erstochen, mit Benzin übergossen und verbrannt. So verliefen die letzten Stunden im Leben der 20-jährigen alevitischen Kurdin Özgecan Aslan aus der türkischen Provinz Mersin.Der Fall Özgecan ist nur einer von vielen Vergewaltigungsfällen, die sich weltweit zutragen, sei es in Kurdistan, der Türkei, Deutschland, Indien etc. Hierbei handelt es sich um keine individuellen Einzelschicksale, sondern um ein gesellschaftliches Phänomen, welches durch patriarchale Strukturen aufrechterhalten wird. Vergewaltigung ist immer eine Form männlicher Machtausübung und Kontrolle, die uns tagtäglich die sexistischen Gesellschaftsstrukturen vor Augen führen.

Am 11. Februar 2015 befand sich Özgecan und ihre Freundin in einem Omnibus auf dem Weg nach Hause. Der Fahrer und gleichzeitig Haupttäter Suphi Altindöken, welcher in Begleitung seines 50-jährigen Vaters Necmettin Altindöken und seines 20-jährigen Freundes Fatih Gökce war, fuhr seine abendliche Route. Die Freundin stieg als Erste aus, Özgecan war somit der letzte Fahrgast. An einer abgelegenen Nebenstraße außerhalb der Stadt hielten die drei Männer an und vergewaltigten sie. Özgecan setzte sich zur Wehr. Sie wurde kaltblütig erstochen und verbrannt. Der Leichnam der Studentin wurde in der Nähe des Dorfes „Camalan“ an einem Flußbett gefunden. Wenige Tage später wurden die Täter festgenommen.

Der brutale Angriff an Özgecan hat sich in einer Gesellschaft ereignet, in der sexistische Gewalt an Frauen als Mittel zur Aufrechterhaltung männlicher Vorherrschaft dient. Die sich oft wiederholenden sexuellen Übergriffe und Ermordungen an Frauen sind ein Zeichen dieser Strukturen. Im Laufe der Zivilisationsgeschichte ist zu erkennen, dass die Frau mit ihrem Platz in der Gesellschaft immer weiter abgestuft worden ist. Die sich immer weiter ausprägenden feudalen und patriarchalen Denkweisen sind in der heutigen Zeit an ihrem Höchstpunkt angekommen, wodurch wir immer wieder mit solch abscheulichen und unmenschlichen Vergehen an der Frau konfrontiert werden. Das in diesem Fall extreme Verhaltensmuster der Täter ist nur ein Fall in der langen Kette der perversen Verbrechen an der Frau, welche durch verschiedene Medien in die Weltöffentlichkeit gerückt ist. Es gibt weiterhin täglich zahlreiche sexuelle und ungerechte Vergehen an der Frau, bei der ihre Würde und ihre Rechte mit Füßen getreten werden und wir nichts davon mitbekommen. Eine Herabstufung der Frau zu einer „modernen Sklavin“ muss schnellst möglich geändert werden. Darüber hinaus sind diese außermenschlichen und aggressiven Taten ein Indikator für ein gestörtes und falsches Denken auf sozialer Ebene. Es führt zur Verachtung aller von sich aus anders scheinenden Menschen sowohl auf geschlechtlicher als auch religiöser und ethnischer Ebene. Bei den meisten Vergewaltigern wird ein solches Denken in gesellschaftlichen Klassen entdeckt, was auch in diesem Fall bestätigt wird. Anhand von veröffentlichten Bildern ist dem Täter Suphi Altindöken eine Sympathie zu der ultra-nationalistischen – türkischen Partei „MHP“ zuzuschreiben. Dort zeigt er mit seinen Fingern das bekannte Zeichen der „Grauen Wölfe“.

Die Partei AKP, die seit zwölf Jahren die Regierung stellt, ist mitverantwortlich an den Mord von Özgecan Aslan. Sie sorgte nicht nur für eine Vergrößerung der bereits existierenden Kluft zwischen ethnischen und religiösen Gruppen, sondern auch für die Beibehaltung der Vorherrschaft des Mannes. Wie laut die Frau in der Öffentlichkeit zu lachen hat, wie sie sich zu kleiden hat, auch wie viele Kinder eine Frau gebären soll, wurden immer wieder Recep Tayip Erdogan, Bülent Arinc und weiteren AKP – Politikern geäußert.

Die türkische Regierungspartei AKP (re-)produziert ein „Männlichkeitsbild“, der den Mann in der Öffentlichkeit dazu zwingt über die Frau zu entscheiden und Kontrolle auszuüben. Somit wird dem Mann jegliche Entscheidungsgewalt über die Frau gegeben, ob es um das gesellschaftliche Zusammenleben, die Ehe oder die Scheidung geht. Dabei wird oft vergessen, dass auch Männer Opfer dieses „Männlichkeitsbildes“ werden, da sie diesem Bild entsprechen müssen.

Wir als YXK – Jin (Autonomer Frauenflügel der YXK) werden uns jetzt umso stärker für die Emanzipation der Geschlechter einsetzen und verurteilen patriarchale Gesellschaftsstrukturen, die Diskriminierung und Ausbeutung der Frau und den Sexismus, der von Nationalstaaten (re-)produziert wird. Zugleich verurteilen wir zutiefst den brutalen Mord an Özgecan Aslan und fordern eine lückenlose Aufklärung.

Frauen müssen sich stärker über die Auswirkungen der Unterdrückung auf ihre Persönlichkeit bewusst werden und sich dahingehend sensibilisieren. Um die systematischen Frauenmorde endgültig beenden zu können ist eine große Solidarität unter den Frauen notwendig. Nur so können wir auch unser Ziel einer geschlechterbefreiten und demokratischen Gesellschaft erreichen.

YXK-Jin – Autonomer Frauenflügel des Verbandes der Studierenden aus Kurdistan, 15.02.15

25.02.2015: Vortrag „Queer Kurds: Die kurdische LGBTI-Bewegung“

Innerhalb des nunmehr seit Jahrzehnten schwelenden Konflikts zwischen der türkischen Regierung und der kurdischen Freiheitsbewegung entwickelte sich dort eine aufstrebende Protestbewegung, die sich u.a. für die Rechte und die Wahrnehmung von Lebensweisen von LGBT-Menschen einsetzt. Diese kurdischen LGBT-Aktivist*innen finden sich in einer vielleicht ganz besonderen Situation wieder: Sie sind eine Minderheit innerhalb der Minderheit und führen einen doppelten Kampf gegen sexuelle und ethnische Diskriminierung in zwei Gesellschaften gleichzeitig.

Trotz der widrigen und teils kriegsähnlichen Umstände in denen diese Gruppierungen arbeiten, zeigen sich auf den ersten Blick erstaunliche Entwicklungen: Innerhalb der patriarchal strukturierten kurdischen Gesellschaft entwickelte sich eine besonders starke und einflussreiche kurdische Frauenbewegung, die nicht nur für die Überwindung der hier immer noch besonders starken Unterdrückung der Frauen ihre Stimme erhebt, sondern auch die allgemeine kurdische Selbstbestimmung in den Mittelpunkt ihrer Protestbewegung stellt. Kämpfe um Freiheit und Anerkennung der eigenen selbstbestimmten sexuellen Lebensweise gehen hier einher mit Fragen der Identität. (Wie) Können Menschen “kurdisch” sein und gleichzeitig “queer”, “inter-” , “transsexuell”, “lebisch” oder “schwul”? Sind LGBT-Identitäten überhaupt mit ethnischen Identitäten vereinbar, entzünden sie Konflikte oder eröffnen sie nicht gerade Möglichkeiten für die Etablierung neuer Identitätskonzepte, die sich nicht an strengen, patriarchalen Mustern orientieren und auch vielen Klischees und Vorurteilen über kurdisch-türkische Gesellschaft zuvorkommen?

Roniund und Alischer werden anhand vieler eigener Erfahrungen und Gesprächen die besondere Situation der LGBT-Protestbewegung in Kurdistan vorstellen. Beide sind in der Türkei und in Kurdistan in LGBTIQ-Bewegungen aktiv.

Anmerkung:
Sprache des Inputs ist Deutsch, bzw. wird sind Deutsche Übersetzt. Wir versuchen weitere Übersetzungen, Türkisch Kurdisch so wie Englisch zu organisieren. Infos dazu folgen noch.

Zeit: Mittwoch, 25. Februar, um 20:30
Ort: Cafe am Grün Marburg / Am Grün 28

Bericht der Nachrichtenagentur Firat (ANF) über den Benefizabend

Benefizabend „Musik für Kobanê in Marburg

Am 6. Februar fand in Marburg mit mehr als 250 TeilnehmerInnen der Benefizabend „Musik für Kobanê“ statt. Zur Unterstützung Kobanês wurde von dem Marburger Oberbürgermeister Egon Vaupel (SPD), Bündnis 90/ Die Grünen, die Linke, dem Motorradclub MC Kuhle Wampe, YXK Marburg und dem AStA ein Beitrag gespendet.

Der Benefizabend, der von der YXK Marburg und dem Solidaritätssbündnis Kurdistan organisiert wurde hat um 18:00 Uhr mit einem Vortrag über Rojava begonnen. Dr. Lokman Turgut, welcher mit einer Delegation aus Akademikern Rojava besucht hat, brachte die Entwicklungen und den Aufbau der demokratischen Autonomie zur Sprache. Er zeigte auf, das die basisdemokratischen Entscheidungen innerhalb der in Rojava praktizierten demokratischen Autonomie etwas Neues darstellen, da diese, ob wirtschaftliche oder politische, direkt vom Volk bestimmt werden.

Nach dem Vortrag haben die MusikerInnen und Gruppen Critical Degree, Fahrlässige Farbigkeit, Lale Koçgûn ûúnd Ensemble, Isla del Rio, DJ Fou-rieux und Die Janewayihre Musik auf der Bühne präsentiert.

Michael von dem Solidaritätsbündnis Kurdistan sagt, dass es ihnen wichtig war mit dem Benefizabend einen Dialog zwischen den Völkern herzustellen und kurdische mit nichtkurdischen Gruppen zusammenzubringen. „Deshalb war es uns im Rahmen aller Arbeiten, von den Gruppen innerhalb des Solidaritätsbündnisses bis zu den KünsterInnen, ein Gleichgewicht zwischen beiden Gruppen zu schaffen.“ Des Weiteren sei es wichtig gewesen die Diskussion über Kurdistan innerhalb der deutschen Linken voranzutreiben und die studentische Aufmerksamkeit auf Kobanê zu lenken.

Sabir, der Sprecher der YXK Marburg, führt weiter aus, dass die Spendeneinnahmen über den Heyva Sor a Kurdistanê (Roter Halbmond Kurdistan) nach Kobanê geschickt werden, da diese Hilfsorganisation ihre Wurzeln in der kurdischen Bevölkerung haben. Sie seien der Ansicht, dass der Heyva Sor a Kurdistanê die humanitäre Hilfe, die gerade in dieser Jahreszeit besonders wichtig ist am besten nach Kobanê bringen kann. Die Befreiung Kobanê habe die Lieferungen von Hilfen etwas dringlicher gemacht, da mit der Rückkehr der Bevölerung nun der Wiederaufbau vorangetrieben werden müsse.
Der Benefizabend wurde mit verschiedenen kurdischen und nichtkurdischen Tänzen bis 04:00 Uhr morgens fortgesetzt.

Li Marburgê şeva alîkariya Kobanê

06.02.2015: Benefizabend „Musik für Kobanê“

LIEBE FREUNDINNEN UND FREUNDE,
LIEBE STUDENTEN UND STUDENTINNEN,
HEVALÊN HEJA!

Die YXK Marburg, ich (Kian Zwo Drei) und das Solidaritätsplenum Kurdistan aus Marburg laden euch herzlich auf den Benefizabend

„MUSIK FÜR KOBANÊ“ am FREITAG, DEN 6. FEBRUAR im Trauma in Marburg ein!

Das kurdische Volk aus Kobanê und die gesamte Widerstandsbewegung aus Rojava/Westkurdistan kämpfen zur Zeit einen tapferen Kampf gegen die brutalen Angreifer des sogenannten IS und setzen sich für eine demokratische, geschlechtergerechte und multiethnische Gesellschaft in Kobanê, Rojava und ganz Kurdistan ein. Um diesen Kampf zu stemmen und um die notleidende Bevölkerung vor Ort mit den nötigsten humanitären Mitteln zu versorgen brauchen sie alle Unterstützung die sie bekommen können!

Wir wollen die vorhandene Solidarität in der Bevölkerung in Deutschland und hier vor Ort in Marburg nutzen und mit unserem Benefizabend einen Beitrag zu den Spendenkampagnen leisten, die es momentan deutschland-, europa- und weltweit gibt!

BITTE MACHT EURE FREUNDE / KOMMILITONEN etc. AUF UNSERE VERANSTALTUNG AUFMERKSAM!

//Das Programm//

Ort: Trauma Marburg

Beginn/Einlass: 17.30 Uhr

18 Uhr: Vorstellung eines Reiseberichts einer internationalen Rojava-Delegation mit Lokman Turgut (Kurd-Akad e.V.)

20 Uhr: Konzertbeginn mit
- Critical Degree (Marburg/Kassel; Pop-Rock, Powerpop, Alternative Rock),
- Fahrlässige Farbigkeit (Marburg/Frankfurt; Experimental Psychedelic Fusion),
- Lale Koçgün Ensemble (Darmstadt/Mainz; Kurdisch-Zazaische Musik) und
- Isla del Río (Marburg/Gießen; Flamenco- Fusion)

Ab 23 Uhr: Aftershowparty mit DJ Fou-rieux (Marburg; Drum‘n'Bass & Dancehall) und Die Janeway (Marburg; Trap & Dubstep)

Eintrittspreise: 6 € (Basis), bis 10€ (Soli); nur Party 4 € (Basis)

Spende geht an: Heyva Sor e.V.

Eine Auswahl an kurdischem Essen sowie alkoholische und nicht-alkoholische Getränke werden an dem ganzen Abend zum Verkauf angeboten.

… AM 6.2. ERLEBEN WIR MIT EUCH EINEN SPANNENDEN, BUNTEN ABEND FÜR KOBANÊ!